Geschäftsidee: Profi-Basketballer züchten

Bild der Familie Ball. V.l.n.r: LaMelo, Lonzo, LaVar und LiAngelo

Geschäftsidee: Profi-Basketballer züchten

Jedes Jahr veranstalten die nordamerikanischen Profiligen sogenannte Drafts, wo die Teams in wechselnder Reihenfolge – der Schwächste zuerst und so weiter – den landesbesten Nachwuchs für ihre Kader verpflichten können. In der ersten Runde des letzten NBA-Drafts wählten die Los Angeles Lakers an zweiter Stelle. Sie wählten Lonzo Ball – einen von drei Ball-Söhnen.

Der 19-Jährige ist knapp zwei Meter gross und damit im Vergleich zu anderen Liga-Kollegen kein Riese. Dennoch: Die Legende sagt, Vater LaVar Ball habe sich eine grosse Frau gesucht, um die biologischen Chancen auf grosse Söhne möglichst hoch zu halten. Tatsächlich ist Tina Ball mit einer Grösse von 1.80 überdurchschnittlich gross. Zudem spielte sie während ihrer Uni-Jahre Basketball.

Wer liest, wie sich Ball im Interview liebevoll über seine Frau äussert, nachdem diese einen Schlaganfall erlitten hatte und Pflege brauchte, kommt über die Theorie des eiskalt kalkulierenden Geschäftsmanns ins Zweifeln. Unbestreitbar ist allerdings, dass LaVar Ball ein zwanghaftes Grossmaul ist und von vielen nur noch als Nervensäge wahrgenommen wird. Doch das stört ihn nicht – im Gegenteil.

Aus seiner Grossmäuligkeit hat er ein lukratives Geschäft gemacht. Es gibt wohl keine Sportsendung in den USA, die ihm nicht eine Bühne für das tollkühne Hochpreisen seiner Söhne geboten hätte. Prominente Titel wie das Forbes Magazine besprechen seine abstrus wirkenden Prophezeiungen à la «Meine Söhne werden einst besser sein als Michael Jordan» und Nike-Marketingchef George Raveling ehrt ihn, indem er ihn öffentlich als «das Schlimmste, was dem Basketball in den letzten 100 Jahren passiert ist» bezeichnet.

Nach jedem Auftritt, jeder Konfrontation und Erwähnung verkauft Ball mehr T-Shirts, Hoodies und Sneaker der familieneigenen Sportmarke «Big Baller Brand». Und auch dieses Unternehmen ist pure Provokation. Kurz vor besagtem Draft brachte es einen von Lonzo Ball mitentwickelten Basketballschuh auf den Markt. Preis: 495 US-Dollar. Das ist das Vierfache dessen, was Signature-Modelle von gestandenen NBA-Stars kosten.

Der Schein, den der Patriarch um seinen Ältesten damit aufgebaut hat, scheint in Los Angeles, der Show-Stadt schlechthin, zu wirken: Die Ticketverkäufe für die anlaufende Saison sind höher als in den vergangenen Jahren. Ob sich Lonzo Ball in der NBA durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Wenn er es nicht bringt, stehen zwei weitere Brüder in der Pipeline: LiAngelo, 18, und LaMelo, 16 – beiden wird das nötige Talent für die Liga bescheinigt.

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