Grünes Investment = gutes Investment?

Foto eines Regenwalds

Grünes Investment = gutes Investment?

Mit Ereignissen wie den Waldbränden im Amazonas-Gebiet wächst das Bewusstsein, Konsum nachhaltiger zu gestalten. Auch im Bereich der Anlagemöglichkeiten zeigt sich eine bewusstere Haltung. Die Swiss Sustainable Finance berichtet in ihrer neuesten Marktstudie, dass sich das verwaltete Vermögen nachhaltiger Fonds von 2017 auf 2018 in der Schweiz auf über 190 Milliarden Franken verdoppelt hat. 

Es gibt verschiedene Arten nachhaltiger Investments. In der Regel geht es darum, ökologisch und sozial nachhaltig Geld anzulegen. Nichtsdestotrotz heisst Investieren in der Regel auch, eine finanzielle Rendite erwirtschaften zu wollen. Plakativ gesagt, will man Natur und Gesellschaft Gutes tun und dabei auch noch einen monetären Gewinn erzielen.

In der Welt der nachhaltigen Geldanlagen gibt es unter anderem Anbieter, die auf Direktinvestments von Privatpersonen basieren. Sie sind staatlich nicht reguliert und gehören zum sogenannten Grauen Kapitalmarkt. Plattformen bieten beispielsweise die Möglichkeit, in Holzplantagen in Lateinamerika zu investieren, die nach mehreren Jahren Geld über den Holzverkauf abwerfen sollen.

Bäume pflanzen lassen, die CO2 absorbieren, und damit Gewinn erzielen – klingt erstmal gut. Kritische Stimmen warnen aber vor Monokulturen, die der Natur mehr schaden als nützen. Zum Teil würde vor Ort auch die lokale Bevölkerung vertrieben, um Plantagen zu kultivieren. Eckart von Reitzenstein, Forstwirt und Experte für Tropenholz, sprach in einem Interview mit der ARD von teilweise «völlig unrealistischen Projekten». 

Geht es um die schwarzen Schafe, wird häufig der Fall der Firma Prime Forestry Switzerland AG genannt. Über 3500 Anleger hatten insgesamt 63 Millionen Franken in Holzplantagen investiert, 2006 ging die Firma Konkurs. Der damalige Präsident Peter Möckli leitet mittlerweile die Schweizer Firma Sharewood, die nach demselben Prinzip funktioniert. Seit 2007 wurden über 100 Millionen Schweizer Franken über Sharewood angelegt.

Auch Precious Woods hat ihren Sitz in der Schweiz. Die Plattform versucht sich in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Naturwäldern. Statt Plantagen zu kultivieren, will der Anbieter gefährdete Tropenwälder gleichzeitig nutzen und schützen. Gewinn soll über den Verkauf von FSC-zertifizierten Holzprodukten und Emissionszertifikaten generiert werden. Ob sich das Geschäftsmodell für Investoren langfristig auszahlt, muss sich noch weisen. 

Der deutsche Anbieter ForestFinance verbindet die nachhaltige Bewirtschaftung von Waldflächen mit Landwirtschaft. Die sogenannte Agroforstwirtschaft hat den Vorteil, dass früher als bei Waldinvestments Erträge erzielt werden können. Edelhölzer bringen oftmals frühestens nach zehn bis 20 Jahren Gewinn.

Collage mit einer Fabrik-Emoji

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