Gunpla: Siegeszug der Mecha

Foto eines lebensgrossen Mobile Suit Gundam

Gunpla: Siegeszug der Mecha

Zwei Weltraum-Nationen führen im All Krieg mit Kampfmaschinen, die von Piloten gesteuert werden: Die Erd-Föderation und das Herzogtum Zeon liefern sich verteilt über verschiedene Zeitlinien spektakuläre Schlachten. Das ist in aller Kürze das Narrativ von Mobile Suit Gundam, einer japanischen Anime-Serie, die das so genannte Mecha-Genre begründet hat – also Geschichten mit der Sorte bemannter Riesenroboter, wie wir sie mittlerweile auch von Hollywood-Filmen wie Pacific Rim kennen.

Die Serie war bei ihrem Start Ende der 1970er-Jahre an sich noch kein Riesenerfolg. Das änderte sich jedoch, als der Spielzeughersteller Bandai sich einschaltete. Bandai lancierte eine Palette an Plastik-Modellbausätzen. Die beweglichen Figuren, Gunpla genannt (eine Kombination aus Gundam und Plastik), konnten von Fans der Serie zusammengesetzt und bemalt werden. 

Mit dieser Nischen-Strategie und erschwinglichen Preisen eroberte sich Bandai eine treue Fangemeinde – die dem Unternehmen jährlich mehrere Hundert Millionen Dollar einbringt. Auf YouTube finden sich unzählige Fanvideos, Bauanleitungen und Tutorials. 500 Millionen Plastikmodelle soll Bandai mittlerweile verkauft haben – 100 Millionen davon allein in den letzten zehn Jahren.

Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist derzeit nicht abzusehen – Experten prophezeien der Hitserie und ihren Merchandise-Ablegern sowie dem gesamten Mecha-Genre global eine vielversprechende Zukunft. Unlängst gab etwa die Hollywood-Produktionsfirma Legendary Pictures bekannt, einen Life-Action-Film zur Serie zu veröffentlichen.

Bandai reitet entsprechend auf der Erfolgswelle – und investiert kräftig in die Franchise. Zur Eröffnung der neuen Fabrik im japanischen Yokohama wurde in den letzten Monaten ein lebensgrosser, beweglicher Gundam-Roboter gebaut. Der Koloss ist über 18 Meter gross und 25 Tonnen schwer und soll noch dieses Jahr eingeweiht werden. Parallel dazu lanciert die Kleiderkette UNIQLO eine T-Shirt Kollektion zum 40-jährigen Jubiläum von Mobile Suit Gundam.  

Weil aufgrund der Corona-Krise zudem viele Menschen derzeit auch ihre Freizeit zu Hause verbringen und das Basteln von Modellen ohne weiteres in den heimischen vier Wänden möglich ist, dürfte die Gunpla-Fangemeinde weiter wachsen. Wer Lust hat, ebenfalls einzusteigen: In der Schweiz sind die Bausätze zum Beispiel hier erhältlich. Aufgrund der Corona-Krise muss laut den Händlern jedoch mit Lieferverzögerungen gerechnet werden.

Foto der Androidin Erica mit ihrem Schöpfer Hiroshi Ishiguro im Hintergrund

Kein Herz für Menschen

Erica, 23-jährig, kann sich nicht bewegen. Sie spricht mit einer computergenerierten Stimme, kann nicht selber atmen und hat kein schlagendes Herz.