Gurus: Erfolg mit neuem Geschäftsmodell

Esoterik Altar

Gurus: Erfolg mit neuem Geschäftsmodell

Tausende von jungen Leuten in orange-roten Gewändern pilgerten in den 1970er Jahren nach Indien in ein neu gegründetes Ashram bei Poona, 260 Kilometer ausserhalb von Mumbai. Dort unterwarfen sie sich für ein neues Bewusstsein und sexuelle Freiheit einem Guru, der sich selbst «Bhagwan» (der Erleuchtete) und später nur noch «Osho» nannte. 

Die erfolgreiche und von Kritikern gefeierte Netflix-Serie Wild Wild Country zeigte 2018, wie sich die Bewegung nach der Umsiedlung in den USA in den 1980er Jahren im Konflikt selbst zerrieb. Hierzulande erinnert man sich noch an die «Wunderheilerin» Uriella, die dieses Jahr verstorben ist und deren Sekte Fiat Lux zeitweise regen Zulauf erhielt. Beide Figuren stehen paradigmatisch für Führer/innen neureligiöser Bewegungen.

Experten zufolge haben sich selbsternannte Heiler und Gurus in den letzten Jahren jedoch weiterentwickelt: Aus klassischen Sektenführer/innen sind Unternehmer/innen geworden. Diese bieten nicht länger ihre Nähe als Weg zum Seelenheil an, sondern geben sich eher als Coaches, die einem dabei helfen, die eigene Hellsichtigkeit zu entwickeln. 

«Es geht nicht mehr nur darum, sich am Heiligenschein des Gurus zu wärmen, sondern selbst zu einem zu werden», sagte der Psychologe Johannes Fischler dieses Jahr gegenüber 20Minuten. Im Interview ging es um den Erfolg der gerade erst volljährig gewordenen St. Gallerin Christina von Dreien. Diese  bezeichnet sich als Teil einer Gruppe von Kindern aus höheren Sphären und füllt mit ihren Events ganze Hallen.

Von Dreien, deren Mutter Bernadette von Dreien – selbst eine Heilpraktikerin – Bücher über die Tochter geschrieben hat, behauptet, Gedanken lesen und mit Tieren sprechen zu können. Die Youtube-Videos der jungen Frau erreichen trotz schlechter Tonqualität und starkem Schweizer Akzent hunderttausende Klicks. 

Sie empfiehlt ihren Followern unter anderem, ihr Herz zu leben und «nicht die gesellschaftliche Norm»; das zu sein, was sie in ihrem Inneren seien. Neue Technologien wie das 5G-Netz sieht sie kritisch: Es sorge für Krankheiten und Probleme wie Krebs, Schlafstörungen und Schwindelanfälle.

Der  Schweizer Pascal Voggenhuber wiederum bezeichnet sich selbst als Medium und behauptet, mit Verstorbenen kommunizieren zu können. Er hält regelmässig Vorträge und Seminare und bildet Leute zu «Medialen Beratern» aus. Eine Intensivwoche mit dem tätowierten Meister, die einem laut Beschrieb «präzise Techniken zum intensiven Training der eigenen Hellsinne und der Kommunikation mit der geistigen Welt» vermitteln soll, kostet 1250 Franken. Diese stolzen Preise dürften dem Jenseits-Experten das Diesseits versüssen. Ganz getreu seiner eingetragenen Marke: Enjoy this Life. 

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