Gut für die Umwelt: Insta-Sport «Plogging»

Zwei Frauen beim Plogging

Gut für die Umwelt: Insta-Sport «Plogging»

Wir haben ein Abfallproblem. Das betrifft nicht nur die Menge an sich, sondern genauso die korrekte Entsorgung. Auch das achtlose Wegwerfen von Abfall im öffentlichen Raum gehört dazu. Littering nennt sich das Phänomen und kostet die Schweiz jährlich 200 Millionen Franken. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Bundesamts für Umwelt im Jahr 2011.

Vielleicht senkt die neue Sportart «Plogging» diese Ausgaben? Das Wort setzt sich aus «jogging» und dem schwedischen Begriff «plocka», übersetzt «aufsammeln», zusammen. Im Fall des «Ploggens» werden während des Rennens liegen gelassene Abfälle eingesammelt und später entsorgt.

Angeblich stammt die nachhaltige Jogging-Variante von Erik Ahlström. Der Schwede ärgerte sich derart über den Müll im öffentlichen Raum, dass er in die Gänge kam – wortwörtlich – und sein Workout mit dem Abfall-Einsammeln zu kombinieren begann. Gemäss Ahlström verbrennt ein «Plogger» 288 Kalorien pro Stunde, ein regulärer Jogger «nur» 235.

2016 tauchte der Begriff erstmals in den sozialen Medien auf. Mittlerweile finden sich auf Instagram unter dem Hashtag «Plogging» 65’000 Beiträge. Hinzu kommen nebst diversen Profilen unzählige Länder-spezifische Hashtags wie #ploggingfrance. Letztes Jahr nahm die schwedische Sport-App Lifesum das Müll-Joggen in seinen Katalog auf, sodass die nachhaltigen Jogging-Runden getracked werden können. Und wer die «Plogging»-Runde in Begleitung drehen will, findet auf Facebook Gleichgesinnte.

Langsam aber sicher springen auch Unternehmen und Institutionen auf den «Plogging»-Zug auf. Diverse Firmen, darunter Fjällräven und IKEA, organisieren öffentliche Events. Der Schweizer Versicherer Generali unterstützt eine Zürcher «Plogging»-Serie, die monatlich stattfindet. Die Hochschule Luzern organisierte im März einen «Plogging»-Event. Die Teilnehmenden sammelten während der einstündigen Tour unter anderem 2000 Zigaretten-Stummel ein.

Silk, bekannt für vegane Produkte, bemüht sich sogar darum, «Plogging» an die Olympischen Spiele 2028 zu bringen. Der amerikanische Brand hat dafür eine Petition lanciert. Das öffentliche Interesse dafür scheint allerdings mässig vorhanden. Einen Monat nach Launch haben nicht mal 100 Personen die Online-Petition unterschrieben.

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