Gut für die Volkswirtschaft: K-Pop

Screenshot aus einem Musikvideo der K-Pop Gruppe Blackpink

Gut für die Volkswirtschaft: K-Pop

Koreanischer Pop – kurz K-Pop – ist weit über die Landesgrenzen der koreanischen Halbinsel hinaus bekannt. Das Wirtschaftsmagazin The Economist definiert das Genre als «polierte und keimfreie Darstellung von Sex und Glamour». 

Wie man K-Pop auch immer definiert: Die Mischung aus eingängigen Pop-Melodien, aalglatten Musikern mit Gesangs- und Tanztalent und knallbunten Videos funktioniert offensichtlich weltweit. 

Als Wegbereiter des K-Pop gilt die Band Seo Taiji and Boys, die Anfang der 1990er-Jahre erfolgreich verschiedene Genres mixte. Ebenfalls in den 90ern entstanden die drei wichtigsten K-Pop-Hitfabriken: SM Entertainment, YG und JYP. Die Unternehmen suchen gezielt potentielle Stars, bauen sie jahrelang und systematisch auf und finanzieren teure Musikproduktionen. 

Die Aufbauprogramme sind nicht unumstritten, man liest immer wieder von Sklavereiverträgen und wer das ecken- und kantenlose Image nicht 100% vertritt, muss mit Konsequenzen rechnen. Gemäss der koreanischen Journalistin Frances Cha wird teilweise sogar vertraglich geregelt, dass die Bandmitglieder Single bleiben müssen.

Für die koreanischen Hitfabriken rechnet sich das strikte Programm. Die vier grössten Player verdienten 2018 Schätzungen zufolge 1 Milliarde US-Dollar mit ihren K-Pop-Acts. Der südkoreanische Musikmarkt ist letztes Jahr satte 17.9% gewachsen. Der weltweite K-Pop-Markt soll 5 Milliarden US-Dollar wert sein. 

Warum K-Pop auch ausserhalb Koreas so erfolgreich ist, darüber wird munter spekuliert. Klar ist, ohne Internet wäre ein Erfolg dieses Ausmasses kaum möglich. Die systematische Aufbauarbeit bringt die Künstler zudem auf ein extrem hohes Niveau, was dem Erfolg zweifelsohne zuträglich ist. Auch die koreanische Regierung pusht die Verbreitung maximal und hat sogar eine K-Pop-Abteilung im Kulturministerium geschaffen.

Eine englische Studie schätzt, dass pro Dollar, der in K-Pop fliesst, 5 US-Dollar in die koreanische Wirtschaft zurückfliessen. Der erfolgreichste K-Pop-Export BTS soll gar dafür verantwortlich sein, dass 800’000 Touristen Südkorea als Reisedestination wählten. Und vom K-Pop-Boom profitieren offenbar auch Sprachschulen, Koreanisch-Kurse stehen weltweit hoch im Kurs.

Dass es sich bei K-Pop nicht um einen kurzlebigen Hype handelt, scheint auch die westliche Musikindustrie zu begreifen. Das Coachella-Festival hat dieses Jahr die koreanische Frauengruppe Blackpink auf die Bühne geholt, Ed Sheeran hat für die Überfliegergruppe BTS Songs geschrieben und Spotify hat seit 2015 ein K-Pop-Repertoire im Katalog.

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