Höhenflug trotz Pandemie

Flugzeuge auf der Startbahn

Höhenflug trotz Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die Flugbranche hart getroffen. Expert*innen sprechen von einer regelrechten Marktbereinigung angesichts der über 40 Airlines, die Rettungsschutzschirme benötigt oder direkt Insolvenz beantragt haben. 25 % der globalen Luftflotte wurde zumindest zeitweise stillgelegt; fast 60 % weniger Flugzeuge wurden von den Hersteller*innen ausgeliefert – um nur zwei drastische Kennzahlen zu nennen.

Auch in der Schweiz war der Einbruch massiv: Die Flugbewegungen am Flughafen Zürich gingen im 2020 gegen 0 – und nahmen erst dieses Jahr wieder langsam an Fahrt auf. 200 Milliarden Dollar soll die Corona-Krise, so bisher laut Schätzungen des Airline-Verbandes IATA, die Luftfahrt gekostet haben.

Mit den sinkenden Reiserestriktionen, der steigenden Impfquote, dem relativ gut laufenden Sommergeschäft, werden die Prognosen jedoch langsam etwas besser. Allerdings verläuft die Entwicklung nicht überall parallel – während in den USA die Mobilität sehr schnell wieder zunahm, bleiben in Asien weiterhin viele Flugzeuge am Boden. In China wiederum nehmen die Inlandreisen jedoch auch wieder stark zu. Insbesondere was die Langstreckenflüge angeht, belebt sich das Geschäft jedoch wenig: Viele Fluglinien betreiben nur noch einen Bruchteil ihres Programms.

Angesichts dieser Ausgangslage erstaunt es doch, dass in den USA gerade drei neue Fluglinien 2021 den Betrieb aufgenommen haben. Die jüngste davon – aha!, kurz für air hotel adventure – startete Ende Oktober. Gemeinsam ist den Neulingen, dass sie insbesondere kleinere Standorte anfliegen und auf regionale Routen setzen. Auch die beiden anderen Junior-Fluglinien – Avelo Airlines und Breeze Airways – fokussieren darauf, kleinere Flughäfen anzusteuern. Sie erhoffen sich damit, dass viele Leute künftig für Reisen in der Region statt ins Auto, ins Flugzeug steigen.

Ist dieses Modell für die gebeutelte Branche auch jenseits der USA ein Weg aus der Krise? Das ist fraglich. Denn über die mit der Pandemie verbundenen Herausforderungen stellt sich angesichts der zunehmenden Dynamik des Klimawandels die Frage, ob es überhaupt sinnvoll und denkbar ist, den Stand vor Corona wieder anzupeilen. Expert*innen betonen diesbezüglich, dass eine Transformation unumgänglich ist und sowohl unser Verhalten bezüglich Dienstreisen und Kurztrips überdacht werden muss, wie auch die Mittel und die Technologien, die verwendet werden. Dazu gehört nicht zuletzt der Einsatz von synthetischen Treibstoffen, mit denen die negativen Auswirkungen auf die Umwelt reduziert werden können. Gefragt sind also nicht unbedingt neue Fluggesellschaften – sondern innovative Lösungen. 

Collage mit einem Flugzeug

Was kostet eigentlich Fliegen?

Die Flugpassagierzahlen haben hierzulande seit 2000 um 60 Prozent zugenommen. Die Flugticketpreise befinden sich im Sinkflug – erstaunlich, wenn man sich genauer anschaut, was ein Flug eigentlich kostet.