Homeoffice: Wer zahlt was?

Ein Arbeitsplatz Zuhause

Homeoffice: Wer zahlt was?

Seit Januar 2021 «gilt für Arbeitgeber die Verpflichtung, überall dort Homeoffice anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist.» Unzählige Schweizer Arbeitnehmer*innen arbeiten spätestens seither von zuhause aus.

Das Homeoffice generiert unter Umständen Kosten, die für eine*n Arbeitnehmer*in zuvor nicht anfielen. Unzählige Dokumente müssen ausgedruckt werden, es braucht einen grösseren Bildschirm und ein ergonomischer Bürostuhl wäre ebenfalls sinnvoll. Mehr Strom wird verbraucht und vielleicht muss auch ein anders genutzter Wohnraum zur Bürofläche umfunktioniert werden. 

Wer kommt für solche Auslagen auf? In der «Covid-19-Verordnung besondere Lage» ist zu lesen, dass seitens Arbeitgeber*in keine Auslagen­entschädigungen geschuldet seien. Arbeitgeber*innen hätten aber «die geeigneten organisatorischen und technischen Massnahmen» zu treffen, damit die Arbeitsverpflichtungen zuhause erfüllt werden können. 

Das heisst konkret, dass zum Beispiel ein Laptop zur Verfügung gestellt werden muss. Auch für Materialkosten, die im Büro ebenfalls angefallen wären – etwa Druckerpatronen oder -papier – muss die Arbeitgeberin respektive der Arbeitgeber aufkommen. Weitere Auslagen wie Strom- oder Mietkosten, sind während der bundesrätlich verordneten Homeoffice-Pflicht von den Angestellten zu tragen. 

Anders sieht die Lage aus, wenn das Homeoffice nicht vom Schweizer Bundesrat angeordnet wird. Wenn ein*e Arbeitgeber*in Homeoffice von den Mitarbeitenden verlangt, sind auch die Kosten zu entschädigen. Wenn ein*e Mitarbeiter*in selber einfordert, zuhause zu arbeiten, muss der/die Arbeitgeber*in nicht für anfallende Kosten aufkommen.

Bezüglich Kostenregelung zu Nicht-Corona-Zeiten sorgte 2019 ein gerichtlicher Entscheid für Aufsehen. Das Bundesgericht entschied, dass ein*e Arbeitnehmer*in für die geschäftliche Nutzung eines Zimmers in der Privatwohnung eine Entschädigung verlangen kann. Der Betrag wurde im entsprechenden Fall auf 150 Franken pro Monat festgelegt.

Solche und ähnliche Fragen werden wohl noch viele Unternehmen, Arbeitnehmer*innen und vielleicht sogar Gerichte beschäftigen. Denn verschiedenste Umfragen zeigen, dass Homeoffice auch nach der Pandemie fester Bestandteil der Arbeitswelt bleiben wird. 

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