Im Trend trotz schlechter Zahlen

Foto der Pinterest Webseite

Im Trend trotz schlechter Zahlen

2019 strömten bisher 283 Milliarden Dollar in den digitalen Werbemarkt, davon floss rund die Hälfte zu Facebook und Google, die den Markt entsprechend dominieren. Die grössten Wachstumsraten verzeichnen jedoch andere Plattformen – darunter etwa Snapchat. Auch die Bildsuchmaschine Pinterest verzeichnet zusätzliche Werbeeinnahmen und mehr Nutzer*innen. 

Dennoch macht die Plattform im Moment noch mehr Verlust als gedacht, was die Anleger*innen an der Börse beunruhigt. Mitte April war Pinterest zu einem Kurs von ungefähr 24 Dollar an die Börse gegangen. Der Kurs fiel aber auf etwa 19 Dollar, nachdem Ende Oktober die Quartalszahlen veröffentlicht wurden. 

Pinterest ist eine Online-Pinnwand für Grafiken und Fotografien. Der Name basiert auf einem Kofferwort, dass die beiden englischen Begriffe «pin» (dt. anheften) und «interest» (dt. Interesse) verbindet. Die Idee dahinter ist, dass Pinterest einem erlauben soll, nützliche und interessante Ideen auf Pinnwänden abzuspeichern. 

Die Plattform, die von etwa 1’600 Mitarbeiter*innen betreut wird, verzeichnet mittlerweile rund 300 Millionen Nutzer*innen pro Monat. Diese tauschen sich über verschiedene Hobbys, Interessen und Einkaufstipps aus und können Pinnwände erstellen, die von anderen Nutzer*innen ebenfalls geteilt und kommentiert werden können.  

Pinterest gilt deswegen weithin als Social-Media-Plattform. Allerdings macht das Unternehmen mit dem jüngsten Re-Design deutlich, welche Nische es sich in diesem Markt zu erobern gedenkt: Pinterest beschreibt sich selbst als «Soziale Entdeckungsmaschine». 

Die visuelle Suchmaschine der Plattform wird dank maschinellem Sehen und maschinellem Lernen weiterentwickelt und verfeinert. Sie baut auf einer Sammlung von mehr als 175 Milliarden mit Daten hinterlegten Bildern auf, die von Menschen auf der ganzen Welt kuratiert wurde. Diese Schlüsselfunktion des Dienstes führt dazu, dass ein Grossteil der Nutzer*innen Pinterest nutzt, um neue Produkte und Trends zu finden.

Das macht die Plattform eigentlich für Werbung attraktiv, sind doch Unternehmen daran interessiert, immer neue Zielgruppen zu erreichen. Deswegen sehen Experten weiterhin Wachstumspotential für Pinterest, insbesondere weil die Firma ihre Präsenz im internationalen Markt ausbaut. 

Hinzu kommt, dass Pinterest Innovationsgeist zeigt, was das Management von Content angeht: Eine Kombination von menschlicher und maschineller Moderation soll verhindern, dass problematische Inhalte Reichweite bekommen.

Darüber hinaus hat Pinterest eine Initiative lanciert, die Usern dabei helfen soll, Hilfe bei psychischen Problemen und Stress zu finden. Mit Gesundheitsorganisationen entwickelt, zeigt einem die App mögliche Übungen oder gar die Nummer einer Hotline, die einen bei emotionalen oder psychischen Problemen unterstützt. 

Hier hat Pinterest eine Pionierrolle übernommen, andere Online-Giganten ziehen aber nach: Facebook hat eine Landing-Page aufgeschaltet, die beim Suchbegriff «Depression» auftaucht und auch Google lässt nun bei einer entsprechenden Suche einen optionalen diagnostischen Check auftauchen. 

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