Berufswahl 2030: Die Arbeit von morgen

Foto einer Frau die einen futuristischen Bildschirm berührt

Berufswahl 2030: Die Arbeit von morgen

Wir werden in der Arbeitswelt von morgen Berufe ausüben, die es heute noch nicht gibt. So machen im Moment abenteuerliche Berufsprofile wie Organhersteller, Algorithm Bias Auditor oder Augmented Reality-Designer im Netz die Runde. Sicher scheint: Digitale Technologien und künstliche Intelligenz treiben die Automatisierung voran und verlangen von uns neue Fähigkeiten.

Eine Studie des Treuhandriesen EY (Ernst&Young) von 2019 hat verschiedene Szenarien entworfen und die Trends und Risiken für die Zukunft der Arbeit bis 2030 zu ermitteln versucht. Für Berufstätige rücken laut der Studie Fähigkeiten wie Flexibilität und vernetztes Denken in den Mittelpunkt. Unternehmen sollten ihre Digitalisierung vorantreiben und ihre Mitarbeiter in digitalem Know-how schulen.

Etwa 20% bis 25% aller beruflichen Aktivitäten werden bis zum Jahr 2030 automatisiert sein betont eine Analyse zu den Folgen der Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft von McKinsey. Die Studie geht davon aus, dass in der Schweiz bis zum Jahr 2030 rund 1,0 bis 1,2 Millionen Arbeitsplätze gestrichen werden – dank neuen Technologien jedoch auch wieder 0,8 bis 1,0 Millionen neue Stellen entstehen.

Dies hat Konsequenzen in der Ausbildung von Fachleuten. Man müsse die künftig gefragten Fähigkeiten stärker gewichten – und den Schwerpunkt etwa mehr auf IT-Fähigkeiten und Sozialkompetenzen legen, fordert der Autor der Studie, Marco Ziegler. Die Anforderungen an Arbeitskräfte werden steigen, ist Ziegler überzeugt: «Leute mit tertiärem Bildungsabschluss, also Universität oder Fachhochschule, werden in Zukunft deutlich gefragter sein als heute».

In der Schweiz wurde unter der Federführung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI die Initiative Berufsbildung 2030 lanciert. Mit zehn strategischen Leitlinien soll die Berufsbildung für die digitale Zukunft fit bleiben – Flexibilität, effiziente Strukturen, eine solide Finanzierung und die Aktualität der jeweiligen Ausbildung sollen dies garantieren.

Reicht dies, um die extremsten Schreckensszenarien von massiven Arbeitsplatzverlusten durch die Digitalisierung, wie sie etwa der Philosoph Richard David Precht zeichnet, hierzulande zu verhindern? Die Prognosen der Wissenschaftler/innen sind derzeit weniger düster als auch schon. Die Idealvorstellung: Roboter und Künstliche Intelligenz übernehmen Arbeiten, vor denen sich die Menschen lieber drücken. Letztere können sich künftig auf die komplexeren, kreativeren, sozialeren Tätigkeiten konzentrieren.

Foto eines leeren Restaurants mit Putzpersonal

«Wer nichts wird, wird Wirt»

Eine Bar oder ein Restaurant betreiben kann nicht schwer sein, so die landläufige Meinung. Dabei ist der Konkurrenzkampf und der Kostendruck härter als in den meisten anderen Branchen.