Ein Mittel gegen die Reisekrankheit?

Foto einer kurvigen Passstrasse

Ein Mittel gegen die Reisekrankheit?

Mindestens jede dritte Person kenne laut Studien die lästigen Symptome der Kinetose. Die Rede ist von Schwindel und Übelkeit, die durch die Kinetose – auch bekannt als Reisekrankheit – ausgelöst werden. Beispielsweise das Reisen im Neigezug, als Beifahrer im Auto oder mit dem Schiff sind bekannte Auslöser. Doch weshalb kann es überhaupt zur Kinetose kommen?

Wenn die Sinnesorgane dem Gehirn widersprüchliche Signale zukommen lassen, kann die Reisekrankheit auftreten. Hierbei sind vor allem die Signale von Augen und dem Innenohr gemeint. Wobei die Augen als Orientierung im Raum und das Innenohr zur Feststellung der Gravitation agieren.

Stimmen nun die mit dem Innenohr wahrgenommenen Bewegungen nicht mit denen der Augen überein, wie zum Beispiel im Inneren eines Schiffs, wo der Horizont nicht zu sehen ist, kann es zur Kinetose kommen. Der Körper spürt zwar die Bewegungen durch den Seegang, das Auge kann diese aber nicht feststellen, was zu einer «Fehlermeldung» im Gehirn und der Kinetose führen kann.

Darüber, ob diese Reaktion einen biologischen Zweck erfüllt oder einfach irrtümlich ausgelöst wird, wird fleissig gestritten. Nichtsdestotrotz wurde eine neuartige Kur entwickelt, welche dem Schlucken von Pillen und anderen Hausmittelchen zur Bekämpfung der Reisekrankheit ein Ende bereiten soll: Eine spezielle Brille.

Das französische Startup Boarding Ring hat die sogenannten «Boarding Glasses» entwickelt, welche mit vier mit blauer Flüssigkeit gefüllten Ringen bestückt ist. Das Niveau dieser Flüssigkeit verändert sich entsprechend der Fahrzeugbewegung, wodurch für die Brillentragenden in der Peripherie ein künstlicher Horizont entsteht, woran sie sich orientieren können. Dies führe dazu, dass die Signale der Augen mit denen des Innenohrs synchronisiert werden und die Reisekrankheit innert kürzester Zeit abklingen soll.

Zusammen mit dem französischen Automobilhersteller Citroën entwickelte Boarding Ring nun die sogenannte «Seetroën», die weltweit für Aufregung sorgt und für knapp 100 Franken vorbestellt werden kann. Das nächste Projekt des Startups beschäftigt sich mit der sogenannten VR-Krankheit – hierbei stimmen die Signale der Augen wegen der VR-Brille nicht mit denen des Körpers überein – und funktioniert nach dem gleichen Prinzip.

Hier ist ein ergänzendes Video von einer externen Quelle eingebettet.

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