Geschäftsmodell: Schmerz

Foto von Coyote Peterson

Geschäftsmodell: Schmerz

Nathaniel «Coyote» Peterson studierte ursprünglich Film, arbeitete aber lange in einer Firma für Druckerbedarf. Daneben schrieb er immer wieder Drehbücher, die jedoch nie umgesetzt wurden. Irgendwann kam Peterson, der bereits als Kind Abenteurer und Entdecker war, die Idee, eine Wildnis-Show auf die Beine zu stellen.

Die Show sollte einerseits unterhaltend, andererseits aber auch bildend sein. Die ersten auf seinem Youtube-Channel Brave Wilderness veröffentlichten Videos zeigten beispielsweise die beeindruckende Schnappschildkröte und klärten über ihre Anatomie auf. Die Folgen liefen zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

Bei einer Folge zum Stachelschwein kam ihm urplötzlich die Idee, sich von ihm Stechen zu lassen und das korrekte Entfernen der Stacheln zu dokumentieren (s. Screenshot). Dies, weil niemand wirklich wisse, wie man vorzugehen hat, wenn Mensch oder sein Hund davon gestochen wird. Das Video wurde zum Hit.

Screenshot mit Petersons Hand mit Stacheln drin

Es folgten weitere Videos wie «Von einem Skorpion gestochen!» oder «Der Biss einer Schnappschildkröte!». Das Letztere erzielte über 27.5 Millionen Views. Der echte Erfolg traf aber ein, als sich Peterson dem sogenannten Schmidt Sting Pain Index annahm: Dieser wurde vom Insektenforscher Justin O. Schmidt erstellt und teilt die von Insektenstichen ausgelösten Schmerzen auf verschiedene Stufen ein.

Peterson und sein Team nahmen es in der Folge mit Feuerameisen, Hornissen und der Krönung des Schmidt-Index auf: Die berühmt berüchtigte Bullet Ant – auf Deutsch 24-Stunden-Ameise genannt, da der Schmerz 24 Stunden anhält. Schmidt beschrieb den Biss der Ameise mit «Tsunami des Schmerzes». Je mehr Schmerzen Peterson erlitt, umso mehr Views erhielt die Folge.

Doch wie viel lässt sich damit verdienen? Alleine sein Video mit dem Bullet-Ant-Biss wurde über 40 Millionen Mal gespielt, womit sich branchenüblich zwischen 20’000 und 161’000 Franken verdienen lassen. Mit seinen 13 Millionen Followern und mehr als 10 Videos mit je über 30 Millionen Views hat Peterson also eine schöne Stange Geld verdient.