Geht der Bitcoin-Hype von vorne los?

Foto einer Bitcoin Münze auf halb schwarzen und halb weissen Hintergrund

Geht der Bitcoin-Hype von vorne los?

Bitcoin ist im Trend – gar als Lieblingsinvestment-Vehikel der Millenials wird er laut dem jüngsten Quartalsreport von Charles Schwab, einer der grössten US-amerikanischen Maklerfirmen, gehandelt. Seit ein anonymer Erfinder unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto die Kryptowährung 2008 ins Leben gerufen hat, gilt sie wahlweise als risikoreiche Angelegenheit für Zocker und Kriminelle oder als revolutionäre Unabhängigkeitserklärung von traditionellen Finanzinstituten. 

Auch der grosse Stromverbrauch beim Schürfen von Bitcoins, bei dem Computer immer komplexer werdende Rechenaufgaben lösen müssen, sorgt immer wieder für Kritik. Trotz mittlerweile auch rasant zunehmender Konkurrenz – existieren doch mittlerweile über 3000 Kryptowährungen – ist der Bitcoin weiterhin das gebräuchlichste digitale Geld.

Experten prognostizieren für die bekannteste Kryptowährung einen Aufschwung im nächsten  Jahr. Der Hauptgrund für diesen Optimismus ist das so genannte «Halving», das im Mai 2020 zum dritten Mal ansteht. Bereits seit den Anfängen der Währung ist ihr dieser Mechanismus einprogrammiert: Pro «geschürften» Bitcoin wird die dafür ausgeschüttete Belohnung – gutgeschrieben in Bitcoin – halbiert. 

Ungefähr alle vier Jahre erhalten die Schürfer*innen so nur noch die Hälfte an Bitcoins (BTC) als Belohnung: Bis 2012 50 BTC pro Block, nach dem 28. November 2012 nur noch 25. Seit Juli 2016 sind es noch 12,5 BTC pro Block – und ab Mai 2020 dann also nur noch 6,25 BTC. Da die Anzahl von Bitcoins zudem insgesamt auf 21 Millionen Coins begrenzt ist, führt dies zu einer eigentlichen Angebotsverknappung, die zumindest theoretisch die Preise ansteigen lassen soll. 

Die für die Währung zu errechnenden Zahlenreihen werden immer schwieriger und diese Berechnung benötigt wiederum mehr Rechenleistung: Konnten zu Beginn noch mehrere Bitcoins pro Tag am heimischen Rechner geschürft werden, würde man heute bei gleicher Leistung dafür Jahre benötigen.

Die erwarteten Kursgewinne könnten nun dazu verleiten, entweder über Derivate auf diese Kurse zu spekulieren oder direkt Bitcoins zu erwerben. Experten raten jedoch weiter zur Vorsicht. «Es existieren beim Bitcoin noch immer grundsätzliche Fragen, die nicht geklärt wurden», meint etwa der Finanzexperte Timo Emden gegenüber dem Porta cash.ch. Ein Grund dafür ist, dass weiterhin unklar ist, wie die Währung reguliert wird. 

«Solange es keine einheitlichen Regeln gibt, fehlt es dem Bitcoin an Seriosität», sagt Emden. Das zeigt sich aktuell gerade besonders deutlich: Nachdem im August bekannt wurde, dass Neuseeland Kryptowährungen für Gehaltszahlungen erlaubt, was dem Bitcoin an der Börse einen Schub verlieh, sorgt nun vielleicht ein ebenfalls im August erfolgter Entscheid der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) mit etwas Verzögerung dafür, dass der Kurs einbricht.  

Die FINMA kündigte an, dass für alle Transaktionen mit Kryptogeld künftig die sogenannte „Reiseregel“ anzuwenden ist, die schon im klassischen Bankzahlungsverkehr gilt. Sie besagt, dass ein Zahlungsauftrag auch die Angaben zum Auftraggeber und zum Begünstigten übermitteln muss. So kann der empfangende Finanzmarktvermittler die Absenderinformationen prüfen und etwa mit Sanktionslisten abgleichen. 

Die FINMA setzt mit dem Entscheid eine Regelung um, die von der Financial Action Task Force (FATF) zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Juni 2019 verabschiedet worden war.

Wie die neue Regelung umgesetzt wird und was sie bedeutet ist noch unklar. Fachleute sind sich nicht einig, welche Konsequenzen sie letztlich für die Kryptowährungen hat. Ob der Bitcoin als Zahlungsmittel flächendeckend Einzug in den Alltag hält, scheint noch sehr offen – und in ihn zu investieren birgt weiterhin grosse Risiken.

Bild von Bill Gates mit verschmitztem Lächeln

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Microsoft-Gründer und Super-Mäzen Bill Gates ist Kryptowährungen gegenüber skeptisch eingestellt. Er ging sogar so weit, sie als todbringend zu bezeichnen. Die Technologie dahinter nutzt er allerdings selbst.