Millennials: Die ärmste und reichste Generation

Pool mit jungen Leuten von oben

Millennials: Die ärmste und reichste Generation

Wie bei Generationsbeschreibungen üblich, so ist die Frage, ob es eine Generation Y wirklich gibt und was sie genau auszeichnen soll, umstritten. Der entsprechende Wikipedia-Artikel listet sowohl Improvisierfreude, Unabhängigkeit, Selbstbestimmtheit als ihre Eigenschaften wie auch eine erhöhte Stressanfälligkeit, ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis und ein verringertes soziales Engagement. 

Sogar wenn man der These folgt, dass eine Generation als solche überhaupt beschrieben werden kann, bleibt das Bild von ihr also ziemlich gespalten. Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn man finanzielle Fragen ins Zentrum rückt. Was etwa das Einkommen der Generation Y angeht, so sieht’s zwiespältig aus.

Zwar verdienen Haushalte heute mehr als je zuvor – allerdings nur wenn man auf verheiratete Paare und Familien blickt. Hier dürften laut entsprechenden Studien vor allem die grössere Anzahl an erwerbstätigen Frauen der Grund für den Anstieg sein. 

Blickt man auf die Zahlen für Individuen, ändert sich aber das Bild: Das durchschnittliche Einkommen der beiden Vorgängergenerationen (die so genannte Generation X und davor die Baby Boomers) pro Kopf war höher als das der Millennials.

Was die Ausgaben angeht, so zeigt eine Studie der Federal Reserve – der amerikanischen Zentralbank – von 2018, dass die Ausgaben von Millennials sich nicht grundsätzlich von anderen Generationen unterscheiden. 

Auslagen für die individuelle Mobilität (gerade in den USA primär das eigene Auto), Essen und Unterkunft sind – nach Berücksichtigung von Alter, Einkommen und weiteren demographischen und ökonomischen Faktoren – gleichen über weite Strecken dem Verhalten älterer Generationen.

Obwohl die Generation eigentlich von einem Einkommensaufschwung profitiert hat, der seit den 1970er Jahren andauert, sind auf der anderen Seite jedoch die Lebenskosten massiv gestiegen. In den USA kommt hinzu, dass viele Millenials aufgrund von Studiengebühren einen massiven Schuldenberg haben – im landesweiten Durchschnitt 17’126 Dollar

Obwohl die Studiengebühren in der Schweiz weniger das Problem sind, nimmt jedoch auch hierzulande die Verschuldung zu: Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 sind die Schulden privater Haushalt um 40% auf gesamthaft 838 Milliarden Franken im 2017 angestiegen. 

Schlechte Aussichten also? Nicht, wenn man Paul Donovan Glauben schenken will. Der Chefökonom einer Grossbank meinte Anfang 2018 zum Business Insider UK, dass die Generation der Millennials die reichste sein werde, die man je erlebt habe: «Es gibt weniger Millennials als Babyboomers. Die Vermögenskonzentration wird steigen und so können die Leute verstärkt vom nationalen Wohlstand profitieren». 

Klingt gut – allerdings: Donovan ist nach einem unbedachten Kommentar zu China etwas in Ungnade gefallen – und weilt noch immer in einem ausgedehnten «Urlaub». Er arbeitet anscheinend derzeit laut der Aussage von Freunden an einem Buch zur Ökonomie von Vorurteilen.

Collage mit einer Urne

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