Oktopus – zu gescheit für den Teller?

Foto des Octobots der Firma Soft Robotics

Oktopus – zu gescheit für den Teller?

Cephalopoden oder Kopffüßler, und unter ihnen besonders der Oktopus, bewohnen schon seit Millionen Jahren unsere Erde – sie sind damit um einiges ältere Geschöpfe als wir. Und während wir an Mäusen, Affen oder anderen Wirbeltieren Wirkstoffe oder Verhaltensmuster erforschen können, um die Ergebnisse auf uns zu übertragen, ist dies bei Tintenfischen nicht möglich.

So ist etwa beim Oktopus unklar, wo das Gehirn anfängt oder endet: Das Netzwerk der Neuronen zieht sich durch den gesamten Körper. Das neuronale Gewebe ist auch um die Speiseröhre herum und bis in alle Arme ausgedehnt – wie ein körpereigenes Internet

500 Millionen Nervenzellen sorgen für eine unheimliche Beweglichkeit und eine erstaunliche Intelligenz. Ein Oktopus besitzt für jeden Arm eine eigene Sensorik und Steuerung und kann über seine Gliedmassen Chemikalien und Licht erkennen. Der Oktopus bildet damit ein alternatives Modell für Intelligenz

In der Robotik hat der Oktopus deswegen einen veritablen Paradigmenwechsel eingeleitet: Die Entwicklung bewegt sich dank seinem Vorbild weg von soliden, mechanischen, motorisierten Robotern hin zu organisch-inspirierten, flexibleren Modellen. 

Forscher der Harvard University haben den so genannten Octobot entwickelt, der sich an den Bewegungsabläufen von Kraken orientiert und auf flexiblen Komponenten basiert. Die in Boston beheimatete Firma Soft Robotics hat ihre Roboter-Hände ebenfalls am Oktopus orientiert. Mit Luft gefüllte Gummifinger ermöglichen es diesen Maschinen, unterschiedlichste Objekte aufzuheben und zu bewegen. Diese Roboter sind nun bereits kommerzialisiert und industriell im Einsatz. 

Als Inspiration für neueste Technologien zu dienen verschont den Oktopus jedoch anscheinend nicht davor, auf dem Teller zu landen. Während er in Ländern wie Spanien und Portugal traditionell regelmässig verzehrt wird, gilt er in High-End-Restaurants in New York als Delikatesse. Diese Trends sowie teilweise strengere Restriktionen in der Fischerei führten 2018 zu einer veritablen Preisexplosion für die Meerestiere: Bis zu 18 Euro kostete ein in Marokko gefischtes Tier auf dem Markt.  

In Asien werden die Tiere teilweise noch lebendig verspeist – in Korea gilt etwa das Sannakji genannte Gericht als Feinschmeckerspeise. Videos von Foodbloggern, die sich auf das Verspeisen von zuckendem Oktopus einlassen oder in der japanischen Stadt Hakodate den Odori-don, den „tanzenden Tintenfisch“ probieren, machen immer wieder die Runde. Es kann aber auch schief gehen, wie ein Video zeigt, das diesen Sommer viral ging: Eine Chinesin versuchte dort, einen lebendigen Oktopus zu essen – das Tier biss aber wehrhaft zurück

Mikroskopaufnahme eines Pilzgeflechts

Leder aus dem Labor

Verschiedene Unternehmen experimentieren derzeit an neuen Methoden für die Herstellung von Leder. Und was erweist sich dabei als vielversprechend? Pilze.