Online-Dating und Kundenbindung

Junges paar auf einer Bank von hinten

Online-Dating und Kundenbindung

Die Dating-Plattform Tinder hat unlängst damit begonnen, jenseits der Dating-App Angebote zu lancieren. Die im vergangenen Oktober lancierte Plattform Swipe Life lockt User*innen mit Beiträgen zu Dating und Liebesleben. 

Tinder ist damit Teil eines grösseren Trends, denn auch andere Technologie und Handelsunternehmen haben begonnen, eigenen Content zu produzieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, überlegt sich zum Beispiel auch Airbnb, eigene Sendungen zu entwickeln. 

Ziel dieser Anstrengungen ist es, Kunden jenseits der jeweils im Zentrum stehenden Services enger an die Marke zu binden.

Tinder ist Teil der millionenschweren Unternehmensgruppe Match, der auch andere Dating-Sites wie OkCupid, Plenty of Fish oder Hinge gehören. Die vier beliebtesten Dating-Apps in den USA gehören zu Match und mit dem Kauf von Meetic in Europa oder Eureka in Japan wächst das Unternehmen weiter. 

Match steht damit sinnbildlich für die Entwicklung im Bereich Online-Dating, wo aus einem Nischenprodukt in den vergangenen Jahrzehnten eine milliardenschwere Industrie geworden ist. 

Immer mehr Paare lernen sich mittlerweile online kennen. Die verschiedenen Services versuchen sich deswegen von der Konkurrenz abzuheben. Gerade die zum Einsatz kommende Technologie für das Finden eines passenden Partners ist dabei sozusagen Match-entscheidend.

Das Problem ist jedoch, dass die Interessen der User sich von denjenigen der Services unterscheiden: Denn während Erstere möglichst schnell einen Partner finden und den Service dann beenden möchten, sind Letztere darauf angewiesen, die Kunden möglichst lange bei der Stange zu halten. 

Obwohl die Sites und ihre Matching-Technologien also gut genug sein müssen, um damit Kunden anzulocken, drohen sie ihr Geschäftsmodell zu torpedieren, wenn sie zu gut funktionieren.

Dieses Problem geht weit über die Dating-Industrie hinaus. Ähnliche Herausforderungen bestehen auch für Anbieter von Job-Plattformen, deren Kunden bei einem erfolgten «Match» ebenfalls verlustig gehen. Das wirft die Frage auf, wie innovationsfreudig Unternehmen unter diesen Umständen wirklich sein können. 

So gibt es denn auch Vorschläge,  die entsprechenden Geschäftsmodell so anzupassen, dass bei der Registrierung für den Service ein höherer Betrag für ein länger dauerndes Abonnement fällig wird. So lasse sich eher garantieren, dass User eine Anwendung wählten, die mit fortgeschrittener Technologie das Match-Making gestalte.

Es liegt auf der Hand, dass die nun lancierten Content-Angebote von Dating-Plattformen wie Tinder ebenfalls eine Strategie sind, um dem Problem des Abspringens von Kunden zu begegnen. 

Wenn diese über themenzentrierte Plattformen weiterhin mindestens indirekt mit der Datingplattform verbunden bleiben, so ist die Chance gross, dass sie beim Scheitern der neuen Partnerschaft schnell wieder zurück beim Service sind. 

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