Umweltsünder Smartphone-Akku

Mehrere Smartphones am Akku laden

Umweltsünder Smartphone-Akku

Unsere Smartphones laufen mit sogenannten Lithium-Ionen-Akkus, die das Metall Kobalt enthalten. Der weltweite Bedarf an diesem Metall, das auch in den Akkus elektrisch betriebener Autos steckt, ist massiv – und nimmt weiter zu. 

Aktuelle Berechnungen der Deutschen Rohstoffagentur DERA gehen derzeit davon aus, dass sich der Bedarf von heute 110'000 Tonnen bis 2026 auf zwischen 187'000 und 225'000 Tonnen pro Jahr belaufen dürfte. Der Grossteil des Metalls wird in der Demokratischen Republik Kongo geschürft und belastet sowohl die Umwelt wie auch die Gesundheit der teilweise minderjährigen Arbeiter*innen. 

Obwohl die Forschung zu Alternativen läuft und zudem am Grund der Ozeane riesige Kobalt-Vorkommen vermutet werden: Kurzfristig wird das Metall wohl weiterhin unter bedenklichen Umständen gefördert. Während sich industrielle Betriebe, die laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie den Löwenanteil der Gewinnung des Metalls im Kongo ausmachen, zumindest teilweise an weltweit geltende Vorschriften halten, entfallen zehn bis zwanzig Prozent auf den Kleinbergbau. 

Am Rand der Legalität angesiedelt, geschieht dort die Kobalt-Förderung unter prekärsten Bedingungen. Der Experte Philip Schütte von der deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe meinte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel: «Die Bergleute schürfen unter extrem unsicheren Bedingungen. Da werden tiefe Stollen gegraben, die Einsturzgefahr ist hoch. Häufig sterben Menschen.»

Umso bedenklicher ist die Tatsache, dass unsereins das Smartphone, dessen Produktion mit einem so hohen Energie- und Ressourcenaufwand verbunden ist, alle zwei oder drei Jahre komplett ersetzt. Die allermeisten Smartphone-Hersteller zeigen auch nicht auf, woher die Rohstoffe für ihre Produkte stammen – neben Kobalt auch Gold, Tantal oder Zinn. 

Das niederländische Fairphone, dessen Zuliefererkette schlüssellos dokumentiert wird und dessen Rohstoffe aus fairen Minen stammen, bildet leider die Ausnahme und nicht die Regel. Das Fairphone lässt sich zudem auch reparieren, da einzelne Module ausgetauscht werden können. 

Ganz allgemein wäre es in Bezug auf die Ökobilanz unserer Geräte auf jeden Fall sinnvoll, diese möglich lange zu nutzen. Händler empfehlen dafür Hüllen oder Schutzfolien für das Display anzuschaffen, weil dessen Defekt die häufigste Schadensursache darstellt. Um die Lebenszeit der Akkus zu verlängern, die den Kobalt-Bedarf in die Höhe treiben, gilt es jedoch entgegen der landläufigen Meinung, diese eben nicht mehr immer möglichst vollständig zu laden. 

Vollladen galt noch für ältere Nickel-Metallhybrid-Akkus – nicht jedoch für heutige Smartphones mit Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus. Für diese empfiehlt es sich laut Experten im Idealfall, die Ladung zwischen 30 und 70 Prozent zu halten, weil sie jenseits dieser Marken stärker strapaziert werden, was ihre Lebenszeit verkürzt. Ob das allein unsere Smartphones nachhaltiger macht, darf allerdings bezweifelt werden.

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