Was kostet eigentlich ein Skigebiet?

Mosaik mit einem Emoji eines schneebedeckten Berges

Was kostet eigentlich ein Skigebiet?

Um über die Pisten zu sausen, braucht es längst nicht nur Schnee. Wintersportlerinnen und -sportler müssen erstmal auf den Berg gelangen, Pisten wollen präpariert sein, bei fehlendem Schnee hilft die Beschneiungsanlage nach und für die Pistensicherheit muss ebenfalls gesorgt sein. Für ein Skigebiet fallen zudem Kosten in den Bereichen Marketing, Verkauf und IT an. 

Eines der beliebtesten Skigebiete der Schweiz, Arosa-Lenzerheide, beziffert die Ausgaben für einen Betriebstag mit 290’000 Franken. Im Schnitt zählt das Gebiet mit 225 schneesicheren Pistenkilometern 130 Betriebstage während des Winters. Grösster Budgetposten sind mit 140’000 Franken pro Tag die Bahnen.

Gemäss einer Faustregel kostet ein Kilometer Piste rund 1100 Franken. Skigebiete decken diese Kosten mit dem Verkauf von Ski-Tagespässen. In der Saison 2019/2020 kostet ein Tagesticket hierzulande und im Durchschnitt rund 62 Franken. In der Saison 2004/2005, als diese Zahlen erstmals erhoben wurden, betrugen die Kosten noch 39 Franken.

Zu den Kostentreibern gehört mitunter die Klimaerwärmung respektive die steigende Schneegrenze. Wo ungenügend Weiss liegt, helfen Beschneiungsanlagen nach. Solche Anlagen sind in der Anschaffung teuer und benötigen Wasser wie auch Energie. Das Zentralschweizer Skigebiet Titlis beispielsweise gibt pro Wintersaison 1.5 Millionen Franken für die künstliche Beschneiung aus.

Besonders kleinere und tieferliegende Skigebiete können unter den gegebenen Umständen immer schlechter wirtschaften. Das Bundesamt für Umwelt stellte im Bericht «Klimabedingte Risiken und Chancen» 2017 fest, dass im vergangenen Jahrzehnt rund ein Dutzend Skigebiete aufgrund finanzieller Schwierigkeiten oder infolge Schneemangels schliessen mussten.

Auch die fehlenden Wintersportlerinnen und -sportler machen den Skigebieten zu schaffen. Die «Skier-days» waren seit 2008 während fast zehn Jahren rückläufig. Gemeint sind Tage, an denen eine Person für eine sportliche Aktivität ein Skigebiet besucht. In der Saison 2008/2009 zählte die Schweiz 29.3 Millionen und 2018/2019 nur noch 24.9 Millionen «Skier-days». 

Skifahren / Snowboarden gehe ich pro Saison

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