Was kostet eigentlich ein Sklave?

Collage mit Handschellen , Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas

Was kostet eigentlich ein Sklave?

Die UNESCO – eine Teilorganisation der Vereinten Nationen – fördert den weltweiten Austausch von Bildung, Wissenschaft und Kultur mit der Idee, so den Weltfrieden zu begünstigen. Ein Dauerthema sind Menschenrechte, ein Dauerauftrag die Schärfung des kollektiven Bewusstseins für deren Wichtigkeit.

Ein effizientes Mittel, die Weltöffentlichkeit zu erreichen beziehungsweise zu sensibilisieren, sind Gedenk- und Aktionstage. Ein berühmter, jeden ersten Dezember wiederkehrender ist der Welt-AIDS-Tag. Die Welt trägt dann rote Schleifen, grosse Marken lancieren Charity-Versionen ihrer Produkte und Popstars geben Benefizkonzerte. Die Einnahmen oder Teile davon fliessen in die Bekämpfung des HI-Virus.

Ein kaum bekannter Aktionstag ist der Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel und seine Abschaffung. Mitunter ein Grund für die dürftige Prominenz könnte sein, dass ausschliesslich dem transatlantischen Sklavenhandel zwischen Afrika und den amerikanischen Kolonien der Europäer gedacht wird.

Das Datum hat die UNESCO symbolisch aussagekräftig gewählt: In der Nacht vom 22. auf den 23. August 1791 haben sich die Sklaven von Saint-Domingue (heute Haiti) erfolgreich gegen ihre Herren erhoben. Das war der Anfang vom Ende für den transatlantischen Sklavenhandel. Zu einem definitiven Ende kam das hoch lukrative Geschäft aber erst in den 1850er-Jahren.

In anderen Teilen der Welt hat der Menschenhandel nie aufgehört, ist überhaupt erst aufgekommen oder hat seither sogar zugenommen. Heute gibt es je nach Quelle weltweit schätzungsweise 21 bis 27 Millionen Sklaven. Das ist im Verhältnis zur Weltbevölkerung zwar historischer Tiefststand, der Trend zeigt seit einigen Jahren aber wieder leicht nach oben. Das hat indes auch mit der Sensibilisierung und der dadurch zunehmend ausgedehnten Definition von Sklaverei zu tun. Wo beginnt Sklaverei? Wo hört sie auf?

So oder so, die Gewinne dieses zutiefst unmenschlichen, kriminellen Geschäfts schwinden. Während ein afrikanischer Sklave vor 300 Jahren in den amerikanischen Kolonien bis zu 45’000 US-Dollar einbrachte – zum heutigen Kurs berechnet – , liegt der weltweite Durchschnittserlös für einen modernen Sklaven noch bei 90 US-Dollar. Das ist 500 Mal weniger. Auch werden «nur» etwa 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr durch Sklavenarbeit erwirtschaftet, also 0.06 Prozent des globalen BIP.

Laut dem Soziologen und Sklavereiexperten Kevin Bales wird sich Sklaverei langfristig nicht rechnen und höchstens als temporäres Randphänomen in Erscheinung treten. Sklaven seien verglichen mit bezahlten Arbeitnehmenden wenig produktiv und fehlten der Wirtschaft als Konsumenten. So würde die Abschaffung der Sklaverei auch bei weitem mehr Geld einbringen, als sie mit geschätzten zwölf Milliarden US-Dollar auf die nächsten 30 Jahre kosten würde.

Bild eines Arbeiters bei der Salzgewinnung in der Afar Region in Äthiopien

Weisses Gold für Sklaven

Heute verwenden wir Salz vor allem zum Würzen unserer Speisen, zum Salzen unserer zugefrorenen Strassen und für diverse andere industrielle Prozesse. Früher war es ein Zahlungsmittel.