Was kostet eigentlich Novichok?

Collage mit Giftflasche, Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas, Zehnernote

Was kostet eigentlich Novichok?

Am 14. März 2018 wurden 23 russische Diplomaten aus England verwiesen. Grund: Russland hatte es verpasst, Stellung zu beziehen im Fall Skripal. Sergei Skripal und seine Tochter Yulia waren Tage zuvor bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury aufgefunden worden. Wie sich herausstellte wurden sie vergiftet. Mit Novichok, einem zu Sowjetzeiten entwickelten, tödlichen Nervengift.

Eins und eins waren schnell zusammengezählt. Skripal betätigte sich in den 1990er-Jahren als Doppelspion. Offiziell war er beim militärischen Auslandsgeheimdienst Russlands beschäftigt. Inoffiziell spionierte er in den eigenen Reihen für die Engländer. Er flog auf und wanderte wegen Hochverrats ins Gefängnis. Bei einem Gefangenenaustausch wurde er 2010 entlassen und wanderte nach England aus, wo er angeblich weiterhin verdeckt gegen die Russen agierte.  

Dass Skripal mit Novichok kaltgestellt werden sollte, war die erste Spur, die nach Russland führte. Das Nervengift wurde zu Sowjetzeiten entwickelt. Laut Vil Mirzayanov, einem in die USA emigrierten Chemiker, arbeiteten während des Kalten Krieges bis zu 40’000 Forscher in den Chemiewaffenlabors der Sowjetunion – alleine Tausend davon an Novichok. Man habe damals Tonnen davon hergestellt. Kostenpunkt: Geheimsache.

Bereits eine kleine Dosis des angeblich nur in militärischen Hochsicherheitslabors gehaltenen Stoffs ist tödlich. Die Einnahme führt zu einer körperlichen Dauererregung und dann zu Lähmungen. Die Opfer sterben am Ende durch die Hemmung der Atmung und des Herzmuskels. Skripal und seine Tochter haben überlebt, allerdings nur, weil man die Vergiftung relativ schnell feststellen und geeignete Gegenmassnahmen treffen konnte.

Die Kosten für die medizinische Betreuung der direkten und indirekten Opfer, weiträumige Quarantäne- und Schutzmassnahmen sowie die geheimdienstliche und strafrechtliche Aufklärung beziehungsweise Verfolgung in der Causa Skripal wurden von den britischen Medien auf weit über 20 Millionen Pfund geschätzt.

Bild der Basilius Kathedrale am Roten Platz

Woher rollt der Rubel?

Der Rubel rollt, mal mehr, mal weniger, aber immer irgendwo und sicher irgendwo hin. Wo findet der russische Rubel aber seinen Ursprung? Eine Spurensuche.