Was kostet eigentlich Steuerflucht?

Collage von Koffer voller Geld , Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas

Was kostet eigentlich Steuerflucht?

Die Rechnung im Einstieg hinkt natürlich. Sie geht davon aus, dass die Preise in den nächsten 50 Jahren die gleichen bleiben, die Bevölkerungszahl und -struktur sich nicht verändert und stets genug Ressourcen zur Verfügung stehen. Extreme Eventualitäten wie verheerende Naturkatastrophen oder gar Krieg spielen auch keine Rolle.

Das vereinfachte, hypothetische Beispiel soll das Ausmass der weltweiten Steuerflucht illustrieren. Möglich wird das Verstecken von Geld durch sogenannte Steueroasen. Dabei handelt es sich um Staaten oder Gebiete, die keine oder kaum Steuern auf Einkommen oder Vermögen erheben, die Verschleierung der Steuerflucht rechtlich vereinfachen und Diskretion versprechen.

Als eine anonyme Quelle, die unter dem nom de guerre «John Doe» auftrat, im 2015 die «Panama Papers» an die Süddeutsche Zeitung leakte, zog es sympathisch geglaubte Unternehmen, saubermännisch auftretende Politiker und das kriminelle Establishment in ein und denselben Strudel. Prominente Beispiele sind Apple, Marine Le Pen und die italienische Mafia.

Insgesamt geht das Tax Justice Network von 36 Billionen US-Dollar aus, die seit 1970 von 0.1 Prozent der Reichsten auf geheim gehaltenen Offshore-Konten gehalten werden. Um ein Gefühl für diese schier unfassbare Summe zu bekommen: Der Marktwert aller Produkte und Dienstleistungen, die im Jahr 2014 auf der ganzen Welt hergestellt beziehungsweise erbracht wurden, wird auf knapp die Hälfte geschätzt.

Die Schweizer Wirtschaft – weltweit unter den Top 20 – hat zu diesem Welt-Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2014 rund 700 Milliarden US-Dollar beigetragen. Das ist ein Fünfzigstel dessen, was unversteuert im Geheimen gehortet wird.

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