Ingenuity: Helikopterflüge über den Mars

Der Mini-Hubschrauber Ingenuity

Ingenuity: Helikopterflüge über den Mars

Für einen Meilenstein in der Menschheits- und in der Fluggeschichte ist er nicht gerade gross, der Mini-Hubschrauber Ingenuity. 14 Zentimeter beträgt sein Umfang; mit angebrachten Füssen und Rotor ist er nur 49 Zentimeter hoch. Sein auf der Erde bereits überschaubares Gewicht – 1.8 Kilogramm – schrumpft auf seinem derzeitigen Aufenthaltsort, dem Mars, noch einmal: Nur noch 680 Gramm bringt er dort auf die Waage.

Gelandet ist Ingenuity auf dem roten Planeten am 18. Februar 2021, gemeinsam mit dem Rover Perseverance, der Gesteinsproben sammeln und Wissenschaftler*innen Hinweise auf die geologischen Verhältnisse auf dem Mars geben soll. Verpackt in eine Schutzhülle war die Drohne am Unterboden des Rovers als Passagier mitgeflogen und hatte dort geduldig auf ihren Einsatz gewartet. Der grosse Tag für den Helikopter kam dann am 19. April: Zum ersten Mal flog eine von Menschenhand geschaffenes Objekt über die Oberfläche eines fremden Planeten; mehrere Meter hoch in der dünnen Mars-Atmosphäre – 40 Sekunden lang. Geglückt ist dieser Jungfernflug erst nach einigen Tests und einigen Software-Problemen.

Mittlerweile hat Ingenuity mehr und weitere Flüge zurückgelegt, als seine Entwickler*innen ursprünglich geplant hatten. Mittlerweile ist der Heli immer weiter von seinem Landeort entfernt unterwegs und leistet Aufklärungsarbeiten, macht Aufnahmen – das meiste davon vollautomatisch. Das Team, dass den Rover Perseverance betreut, nutzt diese Bilder um die Routen zu planen und um spannende Objekte für Bohrungen zu finden. Etwas Risiko ist mit jedem Flug dabei – denn setzt der Helikopter einmal falsch auf und kippt, kann er sich nicht wieder aufrichten.

Zwar liesse sich ein solcher Unfall aufgrund der mittlerweile bereits gewonnen Erfahrungen und mit dem grundsätzlichen Erfolg, ein flugtaugliches Gerät auf den Mars gebracht zu haben, verschmerzen. Allerdings würden damit durchaus ein beachtlicher Batzen Geld buchstäblich in den Marssand gesetzt. 80 Millionen Dollar hat die Helikopter-Mission gekostet. Das macht zwar im Rahmen der Gesamtkosten für die Marserkundung durch Perseverance von 2.4 Milliarden Dollar nicht den Löwenanteil des Unternehmens aus. Dennoch gibt es Wissenschaftler*innen, die den Sinn des Marsfluges von Ingenuity in Zweifel ziehen.

Trotz seiner überschaubaren Grösse hat der Heli auf der Unterseite des Mars-Rovers nämlich wichtigen Platz eingenommen – den sonst andere, wissenschaftliche Instrumente hätten besetzen können. Zudem stehen Flugmissionen bei den nächsten Mars-Einsätzen nicht im Zentrum: Vielmehr geht es darum, die von Perseverance gesammelten Proben wieder einzusammeln und zurück zur Erde zu transportieren. Dafür wird Ingenuity nicht benötigt – und so oder so dürften die extremen Verhältnisse und schwankenden Temperaturen auf dem Mars bis dahin der Elektronik des Fluggeräts den Garaus gemacht haben.

Collage mit Schallplatte, Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas, ZehnernoteCollage mit Planet Mars, Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas, Zehnernote

Was kostet eigentlich eine Reise zum Mars?

Noch hat kein einziger Mensch einen Fuss auf den Mars gesetzt. Wissenschaftler arbeiten seit Jahren daran, dies zu ändern. Klar ist: Das wird ein teurer Ausflug.