Innovationsquelle Intrapreneur?

Abstrakte Computergrafik mit blauen Punkten die eine Welle formen

Innovationsquelle Intrapreneur?

«Träumer, die etwas tun», so umschrieb Gifford Pinchot III den Begriff Intrapreneur 1978. Der amerikanische Unternehmer und Autor prägte das Konzept massgeblich. Das Wort leitet sich von Entrepreneur – ein Synonym zu Firmengründer und Unternehmer – ab. Es bezeichnet Menschen, die im Angestelltenverhältnis zur unternehmerischen Innovation beitragen. Pinchot nennt sie auch «selbst ernannte Manager einer neuen Idee».

Es ist verlockend, aber zu einfach, Intrapreneure als Unternehmer innerhalb eines Unternehmens zu bezeichnen. Es gibt diverse Unterschiede zum Entrepreneur. Der Umgang mit finanziellen Ressourcen ist beispielsweise ein anderer: Ein Intrapreneur erhält einen monatlichen Lohn, egal, ob sich seine Idee auszahlt oder nicht. Für den Entrepreneur fallen Misserfolge anders ins Gewicht. Zudem befinden sich Intrapreneure in einer Hierarchie, was sich wiederum darauf auswirkt, ob und wie neue Ideen intern (vor)ankommen.

Das wohl berühmteste Intrapreneur-Negativbeispiel ist Kodak. Der Kodak-Mitarbeiter Steven Sasson erfand vor der Konkurrenz eine digitale Kamera, stiess aber intern mit seiner Idee auf taube Ohren. 2012 musste der einstige Fotografie-Pionier Insolvenz anmelden. Fazit: Digitalisierung verschlafen.

Als Positivbeispiel wird oft das Post-it genannt, dessen Erfindung auf den 3M-Mitarbeiter Spencer Silver zurückgeht. Auch der browserbasierte E-Mail-Client Gmail von Google ist ein Ergebnis von Intrapreneurship. Der Internet-Riese pusht das Konzept aktiv und erlaubt seinen Mitarbeitenden 20% ihrer Arbeitszeit in eigene Ideen zu investieren. Der deutsche Fernsehsender ARD ging 1996 mit einer Webseite zur Tagesschau online – früher als andere Sender. Dank einem hartnäckigen Redakteur, der an seine Idee glaubte.

Trotz steigender Popularität: Nicht alle sind Fans von Pinchots Konzept. Der Unternehmer Andrew Corbett etwa schreibt in einem Artikel für die Harvard Business Review, erfolgreiche Intrapreneure seien mehr Mythos als Realität. Innovation müsse Teil einer Unternehmenskultur sein, durch alle Hierarchien hindurch. Auch der deutsche Arbeitsforscher Michael Faust meinte in einem Interview mit t3n, dass Intrapreneurship ein wiederkehrender Hype sei.

Foto von Okinawa

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