Interview mit...

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Interview mit...

Swiss Market Index, kurz SMI. Er ist hierzulande der bedeutendste Aktienindex und Gradmesser für den Schweizer Markt. Oft hören wir nur, wieviele Punkte er gewonnen beziehungsweise verloren hat. Seine Geschichte? Sein Daseinsgrund? Fragen wir ihn direkt.

Wann sind Sie auf die Welt gekommen?

Mein Geburtstag ist der 30. Juni 1988. Erschaffen hat mich die Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange).

Was tun Sie?

Ich messe die Aktienkursentwicklung der 20 wichtigsten Schweizer Unternehmen.

Welche sind das?

Am meisten ins Gewicht fallen in dieser Reihenfolge Nestlé, Novartis, Roche und UBS. Die Kursentwicklung dieser vier macht 60 Prozent der Punkteentwicklung des SMI aus. Zu den restlichen 40 Prozent tragen prominente Unternehmen wie unter anderem die Swatch Group, ABB und Swisscom bei.

Wie funktioniert die Punkteentwicklung?

Steigt die Nachfrage nach besagten 20 Aktien und nehmen sie im Total an Wert zu, steigt meine Punktezahl. Umgekehrt lasse ich Punkte, wenn die Aktien tauchen. Gestartet bin ich 1988 mit 1500 Punkten. Aktuell stehe ich bei rund 9000 Punkten (Stand / Zeitpunkt des Interviews: 20. Juli 2017).

Und was sagen ihre Messungen schlussendlich aus?

Da es sich bei den zusammengefassten Aktien um Unternehmen handelt, die einen bedeutenden Beitrag zu unserer Volkswirtschaft beitragen, ist meine Entwicklung ein primärer Gradmesser für die Schweizer Wirtschaft. Entwickle ich mich über längere Zeit positiv, kann das als repräsentativer Trend gewertet werden. Das Vertrauen der Anleger steigt, die Auftragslage der Unternehmen nimmt zu, die Arbeitslosigkeit nimmt ab, allenfalls steigen sogar die Löhne.

Und was, wenn Sie sich negativ entwickeln?

Einschneidend waren die Jahre 2000, 2001 – damals platzte die sogenannte Dotcom-Blase. Und dann war da das weltweite Krisenjahr 2008. Ironischerweise hatte ich am 13. Oktober 2008 meinen besten Tag. Ich bin da um ganze 609,10 Punkte geklettert. Das war ein Sprung von 10 Prozent an einem Tag – Rekord! Aber eben, am Ende heisst eine längere Negativtendenz, dass es der Wirtschaft schlecht geht.

Was wünschen Sie sich zu Ihrem dreissigsten Geburtstag, der nächstes Jahr ansteht?

Das ich das Jahr 2017 positiv abschliesse – aktuell bin ich gut auf Kurs – und am 30. Juni 2018 mit einer positiven Tendenz dastehe. Das würde dann heissen, dass ich mich im Laufe meines Lebens zu zwei Dritteln positiv entwickelt habe.

Altes Gemälde: Das Goldene Kalb aus der biblischen Geschichte

Kalb = Zins

Die Sumerer, ein Volk, welches vor 5000 Jahren im heutigen Irak lebte, verwendeten für Kalb und Zins dasselbe Wort. Heute sind Zinsen kein Kalb mehr Wert. Geld war noch nie so billig.