Kampf der Kriegsspiele

Szene aus dem Shooter «Battlefield 2042»

Kampf der Kriegsspiele

Anfang des Jahrtausends – vor allem im Zuge von Amoktaten und Schiessereien an Schulen – tobte noch eine grossflächige politische und mediale Debatte um «Killerspiele». So genannte Egoshooter und Kriegssimulationen, die reale oder fiktive Kriegs- und Konfliktszenarien aus der Ego-Perspektive zeigen, waren Auslöser der damaligen Debatte. Fördern diese gewalttätigen Inhalte in Games auch reale Gewalttaten? Darüber stritten sich Zeitungsartikel, Fernsehsendungen und Politiker*innen.

Die Debatte ist mittlerweile abgeflaut. Und das obwohl sich das Gaming mittlerweile über Spielkonsolen und Personal Computer hinaus auf das Smartphone verlagert hat: Tablets und Smartphones sind zu den wichtigsten Mainstream-Spieleplattformen geworden. Dennoch: Auch die klassische Hardware für Games boomt und die Hersteller*innen veröffentlichen eine kaum noch überschaubare Anzahl von Spielen. Und Kassenschlager bleiben, das zeigt etwa der Bericht der deutschen Spielbranche von letztem Jahr, neben Sporttiteln eben insbesondere auch Actionspiele mit kriegerischem Inhalt.

Zu den Spitzenreitern in Sachen Verkaufszahlen zählte 2019 etwa die neuste Ausgabe der Kriegsspielreihe Call of Duty. Modern Warfare belegte hinter der Fussballreihe EA Sports FIFA 2020 Platz 2. Und die neuste Auflage des Spiels war nur ein Teil eines ganzen, Plattformübergreifenden Franchises, dass laut Zahlen des Herstellers monatlich rund 111 Millionen Spieler*innen weltweit an unterschiedliche Bildschirme und Geräte lockte. Gerade der Ableger für Mobilgeräte – Call of Duty Mobile – ist dabei massgeblich am Erfolg beteiligt.

Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist der nächste Titel der Reihe angekündigt. Call of Duty: Vanguard soll den Erfolgszug fortführen. Wie bereits einige Vorgänger in der Reihe und unzählige Konkurrenten spielt das Geschehen im zweiten Weltkrieg und Spieler*innen treten als Teil einer Spezialeinheit in der Kampagne gegen den Computer an oder auf verschiedenen Schauplätzen online gegeneinander. Business-Insider prognostizieren bereits, dass diese neuste Iteration der Reihe einmal mehr Rekorde brechen und im Weihnachtsgeschäft sagenhafte Erfolgszahlen erzielen dürfte.

Ein Stück dieses Kuchens möchte sich jedoch auch der Hauptkonkurrent von Call of Duty – die von den Entwicklern von EA und Dice geschaffene Reihe Battlefield. Nachdem die letzte Auflage dieses Kriegsspiels, das vor allem auf umfangreiche Multiplayer-Schlachten auf historischen Schlachtfeldern setzte, nach kritischem Fan-Feedback floppte, will man mit Battlefield 2042 nun wieder Terrain gut machen. Das dürfte laut Expert*innen nicht einfach werden, denn obwohl Battlefield lange mit besserer Grafik auftrumpfen konnte, soll Call of Duty diesbezüglich aufgeholt haben. Dennoch: Die Verantwortlichen zeigen sich überzeugt vom Potential des Spiels. Es soll insbesondere die eingeschworene Community von Battlefield-Fans überzeugen und dank einer langfristig angelegten Strategie von Weiterentwicklungen an den Bildschirm fesseln.

Ob das funktioniert, ist derzeit offen. Mit dem kurz aufeinander folgenden Verkaufsstart der beiden Spiele – Call of Duty: Vanguard erscheint am 5., Battlefield 2042 am 19. November – ist die Schlacht ums Weihnachtsgeschäft auf jeden Fall eröffnet.

Foto einer Arena, in der Live-Gaming gezeigt wird

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