«Kanye West der Früchte»

Foto einer Durian-Frucht

«Kanye West der Früchte»

Die Einzigartigkeit der Durian-Frucht zeigt sich schon in ihrem Aussehen. Bis zu 30 Zentimeter lang und 15 Zentimeter breit, ein bis drei Kilogramm schwer, umgeben von einer stacheligen Schale. Kultiviert wird Durian in südostasiatischen Ländern. Man nennt sie die Königin der Früchte, aber auch weniger schmeichelnd Stink- oder Kotzfrucht. Durian-Bäume tragen nur alle fünf bis sieben Jahre Früchte.

The Guardian bezeichnete Durian als «Kanye West der Früchte», man hasse oder man liebe sie. Bei Geschmacksbeschreibungen ist auch immer wieder von schmutzigen Socken oder verrottetem Essen die Rede. Die verstorbene Koch-Legende Anthony Bourdain meinte einst, der Atem rieche nach dem Verzehr als ob man die verstorbene Grossmutter mit Zunge geküsst hätte.

Durian-Liebhaber scheinen allerdings in der Überzahl zu sein. Malaysia rechnet damit, dass die Durian-Exporte bis 2030 bis zu 50% steigen. Vor allem in China findet die Frucht reissenden Absatz: 2017 nahmen die Importe um 15% zu, 350’000 Tonnen der Stinkfrucht wurden ins Land geholt, im Wert von 510 Millionen US-Dollar. Die Preise haben sich in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht.

Von der Frucht gibt es im asiatischen Raum mindestens 500 essbare Sorten. Alleine in Indonesien sind es über 100. In südostasiatischen Staaten finden auch regelmässig Durian-Festivals statt, um die immer neuen Variationen zu präsentieren. In der chinesischen Stadt Nanning haben vor zwei Jahren über 165’000 Personen an einem solchen Event teilgenommen, berichtete Bloomberg.

Eine neuere Durian-Sorte trägt den königlichen Namen J-Queen. Sie soll nach Erdnüssen und Butter schmecken. 14 Millionen Rupiah muss man für den Genuss hinblättern, umgerechnet fast 1000 US-Dollar. Normalerweise kosten hochwertigere Früchte etwa 200’000 Rupiah. Der Preis rechtfertigt der 32-jährige Erfinder mit der aussergewöhnlichen Kreuzung zweier Premium-Sorten. Die J-Queen-Samen sollen sich letztlich auch für die Bauern auszahlen.

Bereits vor der J-Queen-Erfindung sorgte die Frucht für internationales Aufsehen. Letztes Jahr beispielsweise konnte ein indonesisches Passagier-Flugzeug mit zwei Tonnen Durian im Frachtraum vorerst nicht starten, weil sich die Reisenden über den penetranten Duft beschwerten. In Australien musste 2018 eine Universität evakuiert werden, da man ein Gas-Leck vermutete. Tatsächlich entpuppte sich eine verrottete Durian-Frucht als Geruchsquelle.

Schon mal Durian probiert?

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