Kanye will keinen Coinye

Collage aus Münzen mit Abbild von Kanye West als Fisch

Kanye will keinen Coinye

Kryptowährungen legen Jahr für Jahr an Beliebtheit zu – und wo eine Nachfrage besteht, steigt der Preis. Der Marktwert der digitalen Währungen belief sich per Ende 2017 auf geschätzte 500 Milliarden US-Dollar. Von diesem fetten Kuchen möchten viele ein Stück abschneiden: Anfang Februar 2018 buhlten 1510 Kryptowährungen um die Aufmerksamkeit von Investoren.

Unter den Krypto-Kreationen finden sich immer mal wieder solche mit aussergewöhnlichen Namen. 2013 würdigte man beispielsweise das Meme-Phänomen Doge mit dem Dogecoin. Wenig später sollte der Coinye West entstehen. Die Coinye-Programmierer setzten sich zum Ziel, eine Kryptowährung für die Massen zu schaffen und deren Nutzung zu vereinfachen. Bitcoin sei für Geld-Hamsterer und Dogecoin für Meme-Menschen.  

Die zunächst anonymen Köpfe hinter der digitalen Währung befanden Kanye West als idealen Namenspatron, da er immer schon als Trendsetter galt und aussergewöhnliche Wege beschritt. Sie wussten aber sehr wohl, dass ihre Huldigung ein Spiel mit dem Feuer ist. Schliesslich bedienten sie sich ungefragt an einem millionenschweren Brand. Sie boten dem Rapper im Gegenzug 100’000 Coinye und die Finanzierung einer allfälligen Präsidentschaftskandidatur.

Kanye West erfreute sich wenig an dieser ungefragten Ehrung. Trotz Unterlassungsaufforderung von Kanyes Anwälten launchte das Team die Kryptowährung Anfang Januar 2014. Die Coinye-Programmierer passten lediglich das Logo an und kürzten den Namen. Diese Mühen waren derart fadenscheinig, dass kam, was kommen musste: Eine Klage wegen Markenverletzung.

Die ursprünglichen Coinye-Kreatoren zogen sich nach drei Wochen zurück und ein neues Team versuchte die Krypto-Währung am Leben zu erhalten. Erfolglos. Der Coinye verschwand so schnell wie er entstanden war. Nach einem halben Jahr war der Rechtsstreit zugunsten von West abgeschlossen – und die Kanye-Kryptowährung unlängst tot. Einzig die Facebook- und Twitter-Accounts haben überlebt.

Bild von Malcolm Browne mit seinem Bild bei World Press Photo 1963

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