Kaum erfüllbarer Traum vom Eigenheim

Bild aus der Vogelperspektive eines Wohnquartiers

Kaum erfüllbarer Traum vom Eigenheim

Monat für Monat einen Mietzins zahlen, das ist für die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer der Normalzustand. 2.2 Millionen Haushalte lebten Ende 2016 gemäss Bundesamt für Statistik in Mietwohnungen, 1.3 Millionen Haushalte bewohnten die eigenen vier Wände. Schweizer Mieter berappten ihre Wohnsituation 2016 im Schnitt mit 1322 Franken monatlich.

Das klingt nach einer finanzierbaren Summe, zumal Paarhaushalte 45 Prozent aller Mieterhaushalte ausmachen. Sprich: Der monatlich fällige Betrag wird bestenfalls auf mehrere zahlende Köpfe aufgeteilt. Vergleicht man diese Durchschnittsmiete allerdings mit jener aus dem Jahr 1990 und 2000, scheinen die knapp 1400 Franken wiederum teuer. Damals zahlten Schweizer Mieter durchschnittlich 820 respektive 1059 Franken im Monat.

Die Mieten klettern stetig in die Höhe, obwohl immer mehr Wohnungen leer stehen. Im Juni 2017 belief sich die Zahl Leerwohnungen in der Schweiz auf über 64’000 und steigerte sich damit zum achten Mal in Folge. Nun könnte man meinen, dass sich das positiv auf die Mietzinse auswirkt – tut es aber nicht. Jedenfalls nicht in urbanen Ballungszentren, wo die Anzahl leerstehender Wohnungen am geringsten ist. Denn: Die Nachfrage bestimmt den Preis.

Bei diesen Entwicklungen wird Wohneigentum umso attraktiver. Der tiefe Hypothekarzins steigert die Attraktivität zusätzlich. Konkret: Wer zur Finanzierung der Eigentumswohnung oder des eigenen Hauses einen Kredit aufnimmt und sich dafür entscheidet, das geliehene Geld über die nächsten zehn Jahre abzustottern, bezahlt gegenwärtig im Durchschnitt einen Zins von 1.4 Prozent. 2011 lag er zeitenweise bei über 3 Prozent, 2008 bei über 4 Prozent.

Doch auch hier bestimmt die Nachfrage den Preis: Eigenheim ist heute doppelt so teuer wie noch vor 15 Jahren und damit für 93 Prozent der Schweizer Haushalte nicht mehr bezahlbar. Denn Interessenten müssen für den Erhalt einer Hypothek mindestens 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Künftige Eigentümer müssten also mehr Geld ansparen während gleichzeitig die Ausgaben für die Miete steigen.

Zudem fordern die Schweizerische Nationalbank und die Finanzmarktaufsicht strengere Vergabekriterien für Hypotheken. Es wird also selbst mit 20 Prozent Eigenkapital schwieriger, an finanzielle Drittmittel in Form einer Hypothek zu kommen.

Eine Antwort auf die gegenwärtige Marktlage könnte das gemeinnützige Wohnen sein, was aktuell rund 4.3 Prozent der Schweizer Haushalte tun. Gemeinnützige Bauträger wie eine Genossenschaft, Gemeinde, Stiftung oder Aktiengesellschaft erwerben Wohnungen und vermieten diese ohne Gewinnabsichten.

Das führt unter anderem zu erheblich tieferen Mietzinsen. Man nennt diese Wohnform auch den «Dritten Weg», da sie Miete und selbst genutztes Eigentum bestmöglich verbindet. Gemäss einer Studie des Bundesamts für Wohnungswesen sind Personen in genossenschaftlichen Wohnungen deutlich ortstreuer, was es mitunter schwierig macht, überhaupt an ein solches Mietobjekt zu gelangen.  

Bild eines Zugs auf dem Landwasserviadukt

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