Kein Geld mehr für Amazonas-Schutz

Waldbrand

Kein Geld mehr für Amazonas-Schutz

Vor mehr als zehn Jahren wurde der Amazonas-Fonds ins Leben gerufen. Er dient dazu, den brasilianischen Teil des Gebietes – der 60% des Amazonas ausmacht – vor Waldrodungen zu schützen und die nachhaltige Nutzung des Waldes zu fördern. Seit der Gründung generierte der Fonds 1.3 Milliarden US-Dollar an Spenden.

Das Gebiet wird auch als «grüne Lunge» der Erde bezeichnet. Die Bäume absorbieren einen enormen Teil an CO2-Emissionen und sind damit wichtig für die Bekämpfung des Klimawandels. Laut WWF speichert der Amazonas 140 Milliarden Tonnen Kohlendioxid, so viel wie Menschen innerhalb von 100 Jahren produzieren. 

Nun steht der Wald seit Wochen in Flammen, was kein gänzlich unbekanntes Phänomen ist. Doch das Ausmass der gegenwärtigen Ereignisse übersteigt die bisherigen um ein Vielfaches. Es wüten 84% mehr Brände als im Vorjahr. Derzeit soll der Flächenverlust pro Minute drei Fussballfeldern entsprechen. Experten gehen davon aus, dass bald ein Tipping-Point erreicht sei, von dem sich das gigantische Ökosystem nicht mehr erholen wird.

Solche Katastrophen sollte der Amazonas-Fonds eigentlich verhindern. Doch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der seit Januar 2019 an der Macht ist, tritt den Fonds mit Händen und Füssen. Der 64-Jährige hat unter anderem das Steuerungskomitee abgesetzt und eine Überprüfung der Projekte angeordnet. Der rechtskonservative Politiker zweifelt an der Korrektheit der bisherigen Überwachungsdaten und verdächtigt gar Nichtregierungsorganisationen als Brandstifter.

Zwei von drei Geldgebern des Amazonas-Fonds ziehen nun die Notbremse und stoppen die künftigen Zahlungen. Norwegen hat mit bisher 1.2 Milliarden US-Dollar am meisten in den Fonds einbezahlt, Deutschland steht mit 68 Millionen US-Dollar an zweiter Stelle. Das brasilianische Öl-Unternehmen Petrobras hat bisher 7.7 Millionen US-Dollar in den Fonds gesteckt.

Dass Norwegen und Deutschland den Amazonas-Schutz nicht mehr mitfinanzieren, ist Bolsonaro offenkundig egal. «Brasilien braucht dieses Geld nicht», meinte er und empfahl der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gleich noch, «die Knete» lieber für deutsche Aufforstungsprojekte zu nutzen. 

Auch die gesprochene Unterstützung der G7-Staaten – über 20 Millionen US-Dollar für Sofortmassnahmen – stösst Bolsonaro sauer auf. Er fühlt sich in seiner Souveränität als Staatspräsident angegriffen und lieferte sich insbesondere mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen öffentlichen Schlagabtausch. 

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