Kein Herz für Menschen

Foto der Androidin Erica mit ihrem Schöpfer Hiroshi Ishiguro im Hintergrund

Kein Herz für Menschen

Erica hatte nicht etwa einen Unfall oder ist todkrank, nein, Erica ist der «schönste und intelligenteste» Android der Welt. Sie hat das momentan ausgeklügeltste artifizielle Sprachzentrum überhaupt und ist die Anführerin der Roboter-Revolution in Japan.

Roboter und andere Formen künstlicher Intelligenz sind seit jeher beliebte Motive der Science-Fiction. Es wurden schon allerhand Zukunftsvisionen gezeichnet, in welchen das Leben durch «Roboter-Diener» scheinbar einfacher wurde. Gerade Japan nimmt hier eine Pionierstellung ein.

Mit dem ständigen Fortschritt geht auch eine ethisch-philosophische Diskussion einher. In Japan gibt es den Glauben, dass auch nicht-lebendige Gegenstände eine Seele haben können. Es fragt sich also, wie das Verhältnis zwischen Robotern und Menschen aussehen könnte. Und wie plausibel ist es, dass es zu einem Machtgefälle von Unterdrückern und Unterdrückten kommt?

Mit Hilfe von Erica versucht ein Team von Wissenschaftlern diesen und weiteren Fragen auf den Grund zu gehen. Darunter auch ihr Erschaffer, Hiroshi Ishiguro, der als Rebell der Robotik-Szene gilt und den Erica liebevoll Vater nennt. Berühmtheit erlangte er nicht zuletzt, durch die Erschaffung seines Doppelgängers «Geminoid HI-1», den er auch mal Vorlesungen an Universitäten halten lässt.

Ishiguro beharrt darauf, dass Erica die schönste unter den Robotern sei und begründet dies folgendermassen: «Das Prinzip von Schönheit lässt sich im Durchschnittsgesicht festmachen. So habe ich 30 Portraitbilder von schönen Frauen genommen, deren Charakteristika vermischt und den Durchschnitt genommen, um Nase, Augen und so weiter zu designen.»

Ihr quasi menschliches Verhalten scheint ihre Interviewer eher zu verstören. Dies vor allem durch pneumatische Mechanismen in ihrem Gesicht, mit denen sie eine ganze Reihe von Emotionen ausdrücken kann. Noch kann sie ihren Körper nicht selbst bewegen, was sich jedoch bald ändern soll.

Androide wie Erica werden in Japan auch in Rehabilitations-Kliniken eingesetzt, um den Kranken eine zumindest fast menschliche 24-Stunden-Betreuung gewährleisten zu können.

Laut einer japanischen Zukunftsstudie soll bis 2035 die Hälfte aller Arbeiten in Japan von Robotern ausgeführt werden. Was die Beziehung Mensch-Roboter weiter in den Fokus der Diskussion stellt.

Auch in der Schweiz übernehmen Roboter immer mehr Arbeit. Was dies volkswirtschaftlich bedeutet, ist heute noch schwer abzuschätzen: Wir werden uns jedoch darauf einstellen müssen, Themen wie die Besteuerung von Robotern oder gar ein bedingungsloses Grundeinkommen – um fehlende Arbeitsplätze zu kompensieren – zu diskutieren.

Ishiguro ist der Meinung, dass das Kino das Bild der Mensch-Roboter-Beziehung bis jetzt eher negativ dargestellt hat. Beispielsweise in I, Robot oder Ex Machina. In dem es nun von Robotern geführte Hotels und Läden gibt, sollen die Menschen lernen, ihnen zu vertrauen. Ishiguro meint sogar, dass sich Menschen und Roboter mit dem Fortschritt der Technik früher oder später sogar lieben werden können.

Abbildung Strasse mit statischem Radarkasten

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Ein «Blitzer» ist eine ziemlich teure Angelegenheit. Die Investition macht sich aber oftmals innert kürzester Zeit bezahlt. Radargeräte spülen mancherorts Millionen in die Gemeinde- und Kantonskassen.