KI-Rückstand aufholen, Covid besiegen

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KI-Rückstand aufholen, Covid besiegen

Die führenden Forscher*innen zu künstlicher Intelligenz in Europa vernetzen sich. Dreissig Institutionen – darunter auch die ETH Zürich – haben Mitte September 2020 das Netzwerk ELLIS offiziell lanciert. Ein wichtiges Ziel der Initiative ist, die Grundlagen für eine vertrauenswürdige künstliche Intelligenz zu schaffen.

Künstliche Intelligenz (KI) ist der Überbegriff für Computertechnologien, die Aufgaben übernehmen, deren Lösung Intelligenz erfordert. Gerade sehr grosse, komplexe und verschiedenartige Datenmengen – Stichwort: Big Data – können für Verfahren wie das maschinelle Lernen wichtige Ergebnisse liefern. 

Diese Verfahren werden immer wichtiger und so erstaunt es nicht, dass immer mehr Organisationen, Unternehmen und sogar Nationalstaaten in KI investieren. Die Supermächte USA und China liefern sich gar zunehmend ein regelrechtes Wettrüsten.

ELLIS, das «Europäische Laboratorium für lernende und intelligente Systeme», begreift sich als europäische Antwort auf diese Entwicklung. Die 220 Millionen Dollar schwere Initiative will nicht nur den Rückstand aufholen, den Europa in Bezug auf KI noch gegenüber den USA und China hat. 

Es geht insbesondere auch darum, dass die akademische Forschung nicht noch zusätzlich gegenüber der Privatwirtschaft ins Hintertreffen gerät. Denn viele Institutionen scheinen zunehmend Personal an zahlungskräftige aussereuropäische Unternehmen zu verlieren, die primär auf kommerziell verwertbare Resultate drängen.

Die nun dem ELLIS-Netzwerk angeschlossenen 30 Forschungseinheiten, wie das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, das Sorbonne Center for Artificial Intelligence, die Universitäten Cambridge und Oxford oder die Technische Hochschule Israels, wollen diesen Missstand beheben. 

Sie würden dazu beitragen, «dass Europa mit den KI-​Hotspots der Welt konkurrieren kann, insbesondere den USA und China», meinte Bernhard Schölkopf, der Mitbegründer von ELLIS und Co-​Direktor des Max Planck ETH Center für Lernende Systeme anlässlich einer virtuellen Feier zum offiziellen Start im September. Es solle so eine Grundlage geschaffen werden für eine KI, die im Einklang stehe mit den Werten einer offenen europäischen Gemeinschaft.

Ein aktueller Schwerpunkt des Programms ist auch die Forschung an KI-gestützten Verfahren im Gesundheitsbereich. Mit «ELLIS against Covid-19» wurden jüngst eine Vielzahl von Projekten lanciert, die sowohl mathematische Modelle zur Verbreitung des Virus, die Überprüfung von möglichen Impfstoffen, Vorhersagen zum weiteren Verlauf der Pandemie und viele weitere Forschungen umfassen. 

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