Kognitive Neubewertung: Feelgood in der Pandemie?

Silhouette eines jungen Mannes

Kognitive Neubewertung: Feelgood in der Pandemie?

Ein Virus, das sich rasend schnell um den Globus verbreitet. Einschneidende Massnahmen wie Schliessungen und Lockdowns. Zunehmende Isolation und Vereinzelung, weniger Sozialkontakte und eine grosse Unsicherheit: Mit diesen Herausforderungen sahen wir uns in den vergangenen Monaten konfrontiert. Vielen Menschen macht diese Situationen zu schaffen – ihre Psyche leidet. Gerade Jugendliche stehen laut Fachleuten in der Pandemie enorm unter Druck und erleben Strukturverluste und Existenzängste.

Nun hat unlängst eine internationale Forscher*innengruppe – bestehend aus Wissenschaftler*innen aus 87 Ländern – eine Studie publiziert, die eine mögliche Strategie aufzeigt, wie man in der Pandemie besser klar kommt. Basierend auf Daten von über 20'000 Teilnehmenden schlagen sie die sogenannte kognitive Neubewertung vor, um den Umgang mit der schwierigen Situation zu erleichtern.

Vereinfacht gesagt geht es darum, eine möglichst global anwendbare Art des positiven Denkens zu fördern, welche zur psychischen Gesundheitsvorsorge beitragen kann. Konkret testete die Studie zwei leicht verschiedene, konkrete Methoden: Refokussierung und Rekonstruktion.

Refokussierung bedeutet, sich auf positive Aspekte in einer Situation zu konzentrieren. Zum Beispiel in einem Lockdown mehr Zeit zu haben, um ein Hobby zu betreiben oder Zeit mit der Familie zu verbringen. Rekonstruktion andererseits versucht über das Individuelle hinauszugehen und die generelle Situation anders einzuordnen. Zum Beispiel: Auch früher schon mussten unsere Gesellschaften grossen Herausforderungen begegnen und haben sie gemeistert. Wir werden es ebenfalls schaffen, diese Pandemie zu überwinden.

Diese sehr einfachen Mantras scheinen tatsächlich zu funktionieren. Proband*innen, welche sie im Rahmen der Studie gelernt haben, ging es laut den Befragungen besser als den Leuten in der Vergleichsgruppe. Und obwohl es regionale oder nationale Unterschiede gab – die Interventionen waren in Brasilien, Deutschland und Ungarn etwa effektiver als in Russland, Rumänien und Estland – zeigten sich überall ähnliche, positive Effekte. Damit ist zwar die Pandemie global nicht überwunden, aber man kann ihr vielleicht besser begegnen.

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