Konkurrenz für den Steineriesen

Diverse Klemmbausteine

Konkurrenz für den Steineriesen

Wir kennen sie aus Kindheitstagen alle noch vor allem unter dem Markennamen desjenigen Unternehmens, das die kleinen Steine gross gemacht hat: Lego. Klemmbausteine nennt man sie aber eigentlich; die in vielen Haushalten Kistenweise gehorteten, bunten Schätze. In verschiedenen Formen und Farben garantieren die Steine dank ihrer Noppen und Röhrchen Stabilität und lassen so zu, dass verschiedenste Objekte gebaut werden können. Ritterburgen, Raumschiffe, Fahrzeuge, Gebäude, ja ganze Städte.

Doch spätestens seit 2010 sind die Steine nicht mehr nur dem dänischen Unternehmen vorbehalten, das sie bis dahin mit Welterfolg vermarktet hatte. Dann fiel nämlich der Patentschutz – und seither dürften auch andere Anbieter die kleinen Plastikteile produzieren. Und das tun inzwischen einige. Vor allem in und aus China machten sich in kurzer Zeit mehrere Konkurrenten daran, Lego kräftig einzuheizen und einen Preiskampf zu forcieren. Dabei ist es aber nicht geblieben.

Legos Strategie, zunehmend auf bestimmte Spielwelten zu setzen, die an andere bekannte Entertainment-Marken anlehnen –vor allem «Star Wars» und «Harry Potter» –, führt zu immer klarer vorgegebenen Möglichkeiten. Heisst für die kleineren und grösseren Kunden: Bauen nach Bauplan. Das ist das genaue Gegenbild zu der rappelvollen Kiste von früher, aus der man sich nach eigenem Gutdünken zusammenklaubte, was für das geplante Projekt von Nöten war.

Das hat andere Klemmbausteineanbieter wie etwa Open Brick Source aus Deutschland dazu bewogen, wieder auf Standardbausteine zu setzen, die flexibler und austauschbarer einsetzbar sind. Teilweise sind diese dann auch mit neuen Funktionen und Farben versehen. Oder sie bestehen gar aus anderen Materialien – wenn etwa der nicht gerade umweltfreundliche Kunststoff mit Holz ersetzt werden soll. Mittlerweile hat sich jedoch auch Lego dazu bekannt, spätestens bis 2030 weg vom Plastik zu sein.

Andere Hersteller wiederum besetzen bewusst Nischen, die Lego nicht bedient und sprechen gezielt eine eher erwachsene Kundschaft an. Corgi etwa, eine Firma aus Polen, fokussiert offensichtlich vor allem auf historische Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe. Hier finden sich nebst der Titanic auch jede Menge Panzer und Kampfhubschrauber und damit Kriegsgerät, das wohl nicht in jedem Kinderzimmer gern gesehen sein dürfte.

Mit Konkurrenten wie diesen springt Lego teilweise nicht gerade zimperlich um. Vor kurzer Zeit liess das dänische Unternehmen tausende von Baustein-Sets eines Konkurrenten vom deutschen Zoll blockieren. Das führte schon zum zweiten Shitstorm auf YouTube, da der Importeur der Ware es sich nicht nehmen liess, die Affäre auf seinem Kanal kräftig anzuheizen. 

Bereits zuvor hatte ein anderer deutscher Klemmbaustein-Afficionado sich deutlich gegen den dänischen Konzern positioniert wegen eines Streits um sein Logo – und erhielt dann noch einmal Post vom Anwalt des Konzerns, weil er die Klemmbausteine anderer Hersteller in seinen Videos ebenfalls «Lego» genannt hatte. Der «Held der Steine» machte bei beiden Gelegenheiten über seinen Kanal mächtig Stimmung gegen das Unternehmen – und brachte damit seine Fans in Massen gegen Lego auf.

Verständlich ist Legos Vorgehen vielleicht insofern, als sich vermuten liesse, dass dem Anbieter dank der Zunahme an Konkurrenz einiges an Einnahmen flöten gehen. Tatsächlich kriselte es schon mehrfach bei den Dänen – 1998 schrieb das Unternehmen einen Verlust von 28 Millionen Dollar; 2017 wurden nach Fehlinvestitionen 1400 Stellen gestrichen. Die jüngsten Zahlen sehen aber um einiges besser aus. Gerade im Corona-Jahr 2020 konnte Lego den Umsatz um satte 13 Prozent steigern – und machte 1,3 Milliarden Euro Gewinn. 

Diverse Armbanduhren von Rolex

«Fake» geht ins Geld

Kaufen Konsumentinnen und Konsumenten gefakte Produkte, kann das einer ganzen Volkswirtschaft schaden. Welche Auswirkungen haben Fälschungen auf die Schweizer Wirtschaft?