Kopfhaut gegen Geld

Antikes Bild mit Indianern vor einem Tipi

Kopfhaut gegen Geld

Spricht man von Skalpieren, so ist die Entfernung der sogenannten Kopfschwarte vom Schädel, in der Regel zusammen mit dem Kopfhaar, gemeint. Wir kennen diesen Brauch aus Kino und Fernsehen und verbinden ihn in der Regel mit bösen Cowboys oder Indianern.

Tatsächlich wurde das Skalpieren in den Grenzkonflikten in Nordamerika angewendet. Nach der ersten Reise von Christopher Kolumbus, 1492, wanderten immer mehr Europäer nach Amerika aus. Im Laufe der Zeit kam es zu Streitigkeiten zwischen den Einwanderern und den alteingesessenen indigenen Völkern.

Mit dem Einwanderungsstrom erreichten auch Missionare die Neue Welt. Und sie versuchten – zum Teil auch mit Gewalt – den christlichen Glauben auf die indianischen Kulturen zu übertragen. Da Kultur und Religion der Indianer untrennbar miteinander verbunden waren, trug dieser äussere, sehr aggressive Einfluss zur Zerstörung der indianischen Lebensweise bei.

Die Indianer wurden durch die von den Europäern eingeschleppten Seuchen und Leiden wie den Alkoholismus stark dezimiert. Dadurch ist ein Grossteil des Wissens über die Urvölker verloren gegangen. Bis heute hat sich die Situation für die sogenannten «Natives» nicht wesentlich verbessert. Das Leben in isolierten Reservaten ist von Armut, Arbeitslosigkeit und Alkoholismus geprägt.

In der Folge ist das öffentliche Bewusstsein für die indigenen Kulturen in den USA auch in der Gegenwart kaum vorhanden. Bräuche wie das Skalpieren werden in Filmen symbolisch und stereotyp eingesetzt – der rituelle Hintergrund wird ausgelassen.

Die Indianer waren überzeugt, dass sich die Seele eines Menschen in dessen Haaren befinden. Indem man den Skalp eines Feindes nahm, verwehrte man ihm, in die ewigen Jagdgründe einzugehen. Trotz der brutalen Absicht wurde der Skalp danach mit grossem Respekt behandelt, da man den Zorn der Geister nicht riskieren wollte.

Weil die Skalps ein beliebtes «Souvenir» unter den Europäern waren, wurde das Skalpieren zusätzlich gefördert und mit Prämien belegt: In Massachusetts wurde im Jahre 1700 der Skalp von einem männlichen Indianer für 100 Pfund Sterling belohnt – das Vierfache eines damaligen Jahresdurchschnittsverdienstes.

Foto einer Rückenflosse eines Delfins aus dem Wasser ragend

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