Kryptowährungen – Tod oder Fortschritt?

Bild von Bill Gates mit verschmitztem Lächeln

Kryptowährungen – Tod oder Fortschritt?

Die Tech-Community ist in Sachen Kryptowährungen gespalten – in Enthusiasten und Skeptiker. Zu letzteren zählt sich offenbar auch Bill Gates, seines Zeichens der zweitreichste Mensch der Welt. Sein Vermögen hat der Programmierer als Gründer und Mehrheitsaktionär von Microsoft gemacht.

Seit Gates sich 2008 aus dem Tagesgeschäft von Microsoft zurückgezogen hat, widmet er sich der Bill & Melinda Gates Foundation, einer Wohltätigkeitsstiftung, welche er zusammen mit seiner Frau betreibt. Die Stiftung unterhält weltweit Bildungs- und Gesundheitsprogramme. Das Budget der Weltgesundheitsorganisation WHO speist sich beispielsweise zu rund einem Zehntel aus Spenden der Gates-Stiftung.

Wer mit einer solch unfassbaren Finanzkraft solch immensen Einfluss auf die Weltentwicklung ausübt, dessen Einschätzung zu x einem Thema ist gefragt. So wurde Gates jüngst in einem Reddit-Forum auf den Hype rundum Kryptowährungen angesprochen. Als Tech-Pionier, der 2007 vom internationalen IT-Branchenverband als einflussreichste Person der IT-Welt der letzten 25 Jahre gewählt wurde, steht er dieser revolutionären Innovation positiv gegenüber – meinte man.

Aber jein. Gates findet es unabdingbar, dass Staaten die Möglichkeit haben, Geldflüsse zu verfolgen, um Geldwäsche, Steuerflucht, Terrorismus, Drogen- und Menschenhandel zu bekämpfen. Die einfache Handhabung gegenüber Bargeld – welches ebenfalls schwer zu verfolgen ist, aber transportiert werden muss – und vor allem die Anonymität, welche Kryptowährungen böten, helfe kriminellen Organisationen, unter dem Radar zu bleiben.

So stünden Drogentote, welche ihren Stoff zuvor anonym mittels einer Bitcoin-Transaktion im Darknet gekauft hätten, durchaus in direktem Zusammenhang mit der entsprechenden Kryptowährung. Auf der anderen Seite gilt es aber, frühere Aussagen von Gates aufzurufen: Er hat sich mehrmals als Fan der Blockchain-Technologie geoutet, welche die Funktion von Kryptowährungen überhaupt erst möglich macht, bevorzugt aber andere Anwendungen.

Eine davon hat er bzw. die Bill & Melinda Gates Stiftung gleich selbst lanciert: eine Open-Source-Mobile-App, welche es armen, meist in ländlichen Gebieten lebenden Menschen, die keinen Zugang zu Bankdienstleistungen haben, ermöglicht, sichere und kostengünstige Finanztransaktionen durchzuführen.

Bild von rostigen Ketten

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