Kunst auf der Blockchain

Nyan Cat - Die Regenbogen-Katze

Kunst auf der Blockchain

Folgendes Meme hätte bis vor kurzem wohl breite Zustimmung geerntet:

Meme mit Drake

Für eine Datei Geld bezahlen? Der in eine orangefarbene Daunenjacke gehüllte Drake wendet sich angewidert ab.

11’300 US Dollar für ein Paar Sneaker, 226’000 US Dollar für eine einzige Pokémon-Sammelkarte oder 84,6 Million US Dollar für ein Kunstwerk ausgeben? Drake nickt wohlwollend.

 

Der Gedanke, Geld für Angebote im Netz auszugeben, war lange Zeit befremdlich. Man erinnere sich etwa an die Filesharing-Kultur, die um die Jahrtausendwende mit Napster und BitTorrent einen Höhepunkt erlebte, und die berüchtigt dafür war, lizenzierte Werke frei im Netz zirkulieren zu lassen. Piracy wurde damals zu Mainstream. Und blieb es über zwei Dekaden hinweg.

Sogenannte Non-Fungible Tokens (NFTs) dürften dies nun ändern. Bei NFTs handelt es sich um in der Blockchain dokumentierte Käufe von einzelnen Files. Bei der Transaktion entsteht ein Eintrag, der fortan öffentlich einsehbar ist und sozusagen als Kaufzertifikat dient. 

Oft bleiben Copyrights, Trademarks oder nur schon der Besitz des Originals in den Händen der Urheber*innen. Gekauft wird also quasi nur das Recht darauf, angeben zu können, dass man eine «offizielle» Kopie besitzt.

Mit Foundation ging Anfang Februar einer der führenden Handelsplätze für NFTs live. Seither hat die Auktionsplattform gemäss eigenen Angaben über elf Million US Dollar Umsatz gebolzt.

Ob der Hype anhält, ist unklar. Ein nächster Kryptowährungs-Crash könne das Ende dieses doch eher seltsamen Formats bedeuten, lassen kritische Stimmen von sich hören. Auch könnten die Menschen das Interesse an NFTs verlieren, sobald sie ihren Alltag wieder vermehrt ausserhalb der eigenen vier Wänden verbringen dürfen.

Auf Produzent*innen-Seite könnte das Interesse indes nachhaltiger sein. NFTs stellen nämlich eine komplett neue Einkommensquelle für Künstler*innen, Musiker*innen, Influencer*innen oder Sportler*innen beziehungsweise deren Vertreter*innen dar.

So wurde jüngst etwa ein Clip von Basketball-Superstar LeBron James für 100’000 US Dollar verhökert. Und die Schauspielerin Lindsay Lohan kassierte 17’000 US Dollar für ein Foto ihres Gesichtes. Auch ein Meme-Klassiker sorgte für Furore: Chris Torres’ «Nyan Cat», ein GIF einer fliegenden Katze mit einem Guetzli-Körper, die auf einem Regenbogen dahinschwebt, wurde für mehr als eine halbe Million US Dollar. Und die Musikerin Grimes soll gar sechs Millionen US Dollar mit ein paar Videodateien umgesetzt haben.

Das Ethereum Logo

Die ewige Nummer 2?

Zum Bitcoin haben sich tausende andere Kryptowährungen gesellt. Eine davon scheint dem Krypto-Star besonders im Nacken zu sitzen: Ether.