Langsam is the new black

Foto im Park mit ausgestreckten Beinen

Langsam is the new black

Selbstoptimierungs- und Organisationssoftwares helfen uns, effizienter zu sein. Der Effekt ist in aller Regel der, dass wir die gewonnene Zeit mit neuen Aufgaben auslasten statt einfach nichts zu tun oder uns einem Hobby zu widmen. Eine Theorie sieht im Immer-schneller-immer-mehr einen Grund für die ständig steigenden Burnout-Zahlen in unserer Gesellschaft.  

Da jeder Trend aber bekanntlich einen Gegentrend hervorruft, wundert es nicht, dass Langsamkeit – oder wie man modebewusst sagt: Entschleunigung – von Lebensberater*innen und Wellness-Unternehmen zum neuen Ding erklärt wird. Dabei drängt sich umgehend die Frage auf, ob die sich anbahnende Kommerzialisierung der Langsamkeit am Ende nicht wieder einen beschleunigenden Effekt hat. Die Zeit wird es zeigen.

Apropos Zeit. Wer gefühlt mehr Zeit haben möchte – und beim Thema Zeit spielt die subjektive Wahrnehmung tatsächlich eine grosse Rolle: Die Marke Slow stellt Uhren-Modelle her – Schweizer Qualitätsware übrigens –, welche statt über ein 12-Stunden-Zifferblatt, über eine 24-Stunden-Darstellung verfügen. Ein Fan des Konzepts ist u.a. Orlando Bloom.

Slow-Uhren in einer Dreierreihe nebeneinander

Nicht jede*r trägt eine Uhr. Tatsächlich sind es die wenigsten. Die meisten Menschen lesen die Zeit inzwischen vom Mobiltelefon-Display ab. Für diese Information, die private Kommunikation und Unterhaltung nehmen wir das Mobile im Schnitt 1500 mal pro Woche zur Hand und schauen über drei Stunden pro Tag in den Bildschirm.

Wer seine Smartphone-Nutzung beschneiden möchte, es aber nicht aus eigener Kraft schafft, könnte am Light Phone Gefallen finden. Das minimalistische, an Apple angelehnte Design macht es zu einem Hingucker. Der Minimalismus geht hier aber in die Tiefe: Das Telefon kann telefonieren, SMS schreiben und hat einen Wecker – mehr nicht . Gedacht ist es nicht als Ersatz sondern als Alternative für Stunden oder Tage, wo man ungestört von Internet-basierter Kommunikation und vom Treiben auf den Sozialen Medien sein möchte.

Light Phone 2

Ein nicht ganz ernst gemeintes Produkt, welches aber symbolisch steht für das Bedürfnis nach bewusster Langsamkeit ist der Entschleunigerhelm, den Lorenz Potthast im Rahmen seines Studiums an der Kunsthochschule Bremen entwickelt hat. Er zeigt die echte Welt in Zeitlupe…

Entschleunigerhelm
Mann im Bett am Smartphone

Mit Matthew McConaughey einschlafen

Eine amerikanische App hilft Millionen von Nutzern beim Entspannen. Unter anderem dank Matthew McConaughey, Leona Lewis und Moby.