Mehr Milliardäre – ausser in Afrika

Foto von Aliko Dangote, CEO der Dangote Group in Nigeria

Mehr Milliardäre – ausser in Afrika

Wessen Vermögen zählt mehr als zehn Ziffern? Mit dieser Frage beschäftigt sich unter anderem Forbes im Jahresrhythmus. Auf der 2018er-Liste des Wirtschaftsmagazins stehen 2208 Namen aus 72 verschiedenen Ländern – ein Rekord.

In Afrika sind die Milliardärszahlen tendenziell rückläufig. Auf der Liste befinden sich 20 Namen, drei weniger als im Vorjahr. Ebenfalls ist der Gesamtwert aller afrikanischen Vermögen von 75.4 auf 68.7 Milliarden Dollar gesunken. Afrikanische Milliardäre besitzen im Schnitt 3.4 Milliarden US-Dollar, weltweit liegt der Schnitt bei 4.1 Milliarden Vermögen.

Die Entwicklung in Afrika ist auf die Entwicklung von Aktienkursen und schwächeren Währungen zurückzuführen. Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, befindet sich derzeit mit gut 14 Milliarden Vermögen auf Platz 100 der Forbes-Liste, Amazon-Gründer Jeff Bezos sitzt mit 112 Milliarden auf dem Thron. Gemäss des Rankings ist Bezos übrigens der einzige Milliardär im dreistelligen Milliarden-Bereich.

Dangote möchte als «grösster Philanthropist Afrikas» in die Geschichte eingehen, wie er dem TIME Magazin sagte, und mit seinem Vermögen die Wirtschaft fördern. Mit Dangotes Investitionen ins Öl-Geschäft könnte Nigeria künftig bis zu 12 Milliarden US-Dollar pro Jahr sparen, da das Land keine Brennstoffe mehr importieren müsste.

Der 61-Jährige bedauert, dass die Entwicklung der afrikanischen Wirtschaft stark von ausländischen Investitionen abhängig ist. Dieser Umstand wird noch problematischer, da Investitionen in Afrika als risikobehaftet wahrgenommen werden.

In der Landwirtschaft zeichnet sich ein ähnliches Bild wie in der Energiebranche ab: Afrika importiert jährlich für über 35 Milliarden US-Dollar Nahrungsmittel, während Landwirtschaftsflächen brachliegen. Das will Akinwumi Adesina ändern, für seine Bemühungen wurde er 2017 mit dem «World Food Prize» ausgezeichnet.

Unter anderem will Adesina die Verfügbarkeit von Krediten für Kleinbauern erhöhen. Das Start-Up JUMO schlägt ebenfalls diesen Weg ein und ermöglicht Kredite für Kleinstunternehmer via Smartphone – denn viele Afrikanerinnen und Afrikaner haben keinen Zugang zu klassischen Bankdienstleistungen.

Vielleicht werden die Bemühungen von Dangote & Co. auf lange Sicht mehr Afrikanerinnen und Afrikaner auf die Milliardärsliste hieven. Aktuell legt China am stärksten zu, was die Anzahl Milliardäre betrifft. Laut PwC brachte der asiatische Staat zuletzt zwei Milliardäre pro Woche hervor. Das Vermögen aller chinesischer Milliardäre wuchs zwischen 2016 und 2017 um 39%.

Foto eines bunten Marktes in einer afrikanischen Stadt

Wiege des mobilen Geldes

Während mobiles Bezahlen hierzulande erst im Kommen ist, ist es in vielen Weltgegenden bereits Alltag. Nirgends wird mit Handys so selbstverständlich Geld bewegt wie in Afrika.