Milliardengeschäft Musik-Equipment

Foto eines Homestudios

Milliardengeschäft Musik-Equipment

Bedroom-Producer, nennt man sie: Junge Musiktalente, die zu Hause im eigenen Zimmer Musik produzieren – vor allem mit dem eigenen Laptop, mit Software wie FL Studio und mit relativ wenig Equipment. Einige dieser Bedroom-Producer produzieren inzwischen für die ganz Grossen. Finneas O’Conell, der Bruder von Billie Eilish, gehört etwa dazu – oder auch der Schweizer Beatschmied OZ, der in mit den ganz Grossen der US-Rapszene zusammenarbeitet.

Diese neue Generation von Produzenten profitiert bereits seit einiger Zeit von neu erschwinglichen und auch für Laien verfügbaren Geräten und Software für die Musikproduktion. Dank dem Internet und Plattformen wie SoundCloud finden sie auch direkt ihr Publikum. In Zeiten, in denen das Musikbusiness einen immensen Wandel durchlaufen hat und die klassischen Strukturen im Streaming-Zeitalter zusammengebrochen sind, folgten und folgen dementsprechend immer mehr Nachwuchskünstler*innen dem Motto: Do It Yourself!

Während der Tonträgermarkt sich massiv veränderte und insbesondere die Umsätze mit CDs aufgrund der zunehmenden Wichtigkeit von Streaming-Plattformen einbrachen, sorgten die neuen Bedingungen für einen regelrechten Boom bei Geräten für die Musikproduktion. Die Verkäufe von Hard- und Software für die Produktion von Musik und deren Aufführung – allen voran im Bereich DJing – haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. 

So verzeichnete die Branche etwa gerade in Lateinamerika in jüngster Zeit steigende Umsätze – aber auch China, Indien und Taiwan legten laut einem entsprechenden Bericht des Forschungs- und Beratungsunternehmens Technavio in den vergangenen Jahren kräftig zu. Hauptabnehmer im Markt blieben jedoch weiterhin die USA und Europa.

Es stellt sich jedoch nun angesichts der Corona-Pandemie die Frage, ob der Trend so weitergeht. Weltweit steht die Event-Branche derzeit still – Festivals sind abgesagt und Clubs bleiben geschlossen. Bereits im März betonte etwa der deutsche Branchenverband SOMM in einem Schreiben an den Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier, dass die Nachfrage einbreche und die entsprechenden Unternehmen akut gefährdet seien. Wie sich die Krise längerfristig auswirkt, ist derzeit kaum absehbar. 

Bereits zeigt sich jedoch, dass neue Formen von konzertähnlichen Formaten auftauchen – wie etwa die von mehr als 12 Millionen Menschen mitverfolgte Show von US-Rapper Travis Scott im Game Fortnite. Es besteht zumindest die Möglichkeit, dass nun Online-Plattformen weiter an Bedeutung zulegen – und auch weniger bekannte Acts über diese Kanäle ihr Publikum finden. Wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat: Gerade die Pop-Musik schafft es immer wieder, sich kreativ neue Mittel und Wege zu suchen. Daran dürfte auch die Pandemie nichts ändern.  

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