Millionen-Schatz in der Höhle des Löwen

Schwarzweissaufnahme eines Löwen

Millionen-Schatz in der Höhle des Löwen

Um eine Geschäftsidee in Bares umzuwandeln, braucht es Kapital. Eine Anschubfinanzierung lässt sich beispielsweise im TV holen. Die japanische Fernseh-Show «Dragon’s Den» machte es 2001 vor, mittlerweile flimmert das Format in über 30 Ländern über den Schirm. Jungunternehmerinnen und -unternehmer präsentieren vermögenden Investoren ihre Geschäftsidee und erhalten bestenfalls Geld für die Realisation.  

In Amerika kennt man die Show unter dem Namen «Shark Tank» (deutsch: Haifisch-Becken). Das Format wurde mehrfach mit Emmy-Awards ausgezeichnet, zu Spitzenzeiten lockte «Shark Tank» über 7 Millionen Zuschauer vor den Fernseher, 2019 erscheint bereits die elfte Staffel. Bisher investierten die amerikanischen «Sharks» über 120 Millionen US-Dollar, notabene aus ihren eigenen Taschen.

Es überhaupt in die Sendung zu schaffen, ist wohl die grösste Hürde. Während die vierte Staffel von «Shark Tank» ausgestrahlt wurde, gingen knapp 40’000 Bewerbungen ein. Schafft man es in die Show, gilt es binnen weniger Minuten zu punkten. Gelingt auch dieses Unterfangen, schlagen die Investoren Deals vor, beispielsweise in Form einer Beteiligung. Schliesslich entscheidet der Teilnehmende, ob er den Deal wie vorgeschlagen annimmt oder nicht.

Eines der erfolgreichsten Produkte, das in «Shark Tank» Kapital erhielt, heisst «Scrub Daddy». Der Schwamm von Teilnehmer Aaron Krause überzeugte Investorin Lori Greiner, sie bot anno 2012 200’000 US-Dollar für eine 20%-Beteiligung. Das Unternehmen verkauft mittlerweile jährlich Produkte im Umfang von über 100 Millionen US-Dollar. Ende 2018 war «Scrub Daddy» 170 Millionen US-Dollar wert.

Jamie Siminoff hingegen schaffte es nicht, den «Sharks» seine Geschäftsidee zu verkaufen. Er erhielt für seine WiFi-gesteuerte Video-Türklingel kein Angebot. Doch der Start-up-Gründer  blieb dran, holte später Millionen-Deals bei anderen Investoren und verkaufte sein Business vergangenes Jahr für 1 Milliarde US-Dollar an Amazon. In der elften «Shark Tank»-Staffel nimmt Siminoff nun als «Guest Shark» teil.

Vielleicht schreiben Schweizer Jungunternehmerinnen und -unternehmer ebenfalls bald solche Erfolgsgeschichten. Im Mai strahlte TV24 erstmals die «Höhle des Löwen Schweiz» aus, in welcher fünf Investoren sitzen. Alleine in der ersten Episode holten sich drei Start-ups gesamt 650’000 Franken Investitionskapital, über die sieben geplanten Folgen sollen fast 5 Millionen Franken investiert werden.

Tatsächlich fliesst das im TV versprochene Geld – egal, ob in der Schweiz oder andernorts – anschliessend nicht in jedem Fall. Aufgrund der extrem kurzen Vorstellungsrunde erhalten die Investoren erst im Nachhinein ein vollständiges Bild der Idee und Stossrichtung, weshalb manche Deals nach der Sendung platzen. In Deutschland soll sich diese Rate gar auf 40% belaufen.

Was ein Auftritt in einer Sendung wie «Shark Tank» so oder so abwirft, sind wenige Minuten extrem hoher Reichweite und damit die Möglichkeit, die eigene Popularität zu steigern. Die Webseite des Schweizer Start-ups MyCamper – Teilnehmer der ersten Folge von «Höhle des Löwen Schweiz» – verzeichnete während der Ausstrahlung so viele Zugriffe, dass sie zeitweise zusammenbrach.

Das Nike Logo von 1971

Das 35 Dollar Logo

Carolyn Davidson kreierte in den 70er-Jahren das mittlerweile weltberühmte Nike-Swoosh-Logo. Was der jungen Grafikerin damals kaum Geld einbrachte, macht sie heute millionenschwer.