Mit Crowdfunding in den Krieg

Foto eines Kriegsfotografen welcher durch eine Wüstenlandschaft geht.

Mit Crowdfunding in den Krieg

Seit die Budgets von verschiedenen Nachrichtenagenturen kleiner wurden, war die Kriegsberichterstattung etwas vom ersten, das man nicht mehr finanzieren konnte. Die Zeitung «Il Giornale», die sich im Besitz von Paolo Berlusconi befindet – dem Bruder des früheren und umstrittenen Ministerpräsidenten Italiens Silvio Berlusconi – hat eine Lösung gefunden.

Nur weil das Geld knapp ist, sollte sich eine Zeitung trotzdem nicht auf die Berichte von Nachrichtenagenturen stützen, um schliesslich nur etwas wieder Aufgewärmtes zu bringen. Stattdessen machte das Blatt Gebrauch von der grössten Ressource, die es hat: seiner Leserschaft.

«Il Giornale» lancierte 2013 ein Crowdfunding mit dem Namen «Die Augen des Krieges» und liess den Unterstützern die Möglichkeit, sich für eine Berichterstattung aus Afghanistan oder Libyen zu entscheiden. Innert weniger Wochen war die Afghanistanreise finanziert – kurze Zeit später auch die nach Libyen.

Bis heute wurden damit rund 90 verschiedene Berichterstattungen weltweit finanziert. Dabei sind auch Fotoreportagen sowie Videobeiträge innerhalb von Europa, beispielsweise zur islamischen Extremisten-Szene in Belgien oder auf die von den Russen besetzte Krim in der Ukraine.

Letztes Jahr gewann die Zeitung damit den Award der «International News Media Association» für die beste Art, ein neues Produkt zu lancieren und eine breite Leserschaft zu generieren – im ersten Jahr nach der Lancierung wuchs die Leserschaft um 67%.

Vertrauen und Transparenz gehören zu den Grundwerten von «Die Augen des Krieges» und so führen die Reporter im Dienst strikt Buch über alle ihre finanziellen Ausgaben. Was kostet die Reise, was die Übersetzungen, was kosten Personen die als Informationsquelle fungieren und noch viel mehr. All diese Informationen werden dann öffentlich gemacht, damit auch alle Unterstützer nachvollziehen können, wohin ihr Geld fliesst.

Abbildung Kriegsschiff

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