Mit Ikea und Crocs zurück in den Olymp

Schuhe von Balenciaga

Mit Ikea und Crocs zurück in den Olymp

Balenciaga gehört zu den traditionsreichsten Modehäusern der Welt. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Cristóbal Balenciaga gegründet, der von Christian Dior als «Meister von uns allen» betitelt wurde. Nachdem der Modeschöpfer seine Tätigkeit im Alter von 73 Jahren aufgegeben hatte, fiel Balenciaga bis 1997 mehr oder weniger in einen Dornröschenschlaf.

Knapp 20 Jahre nach dem Erwachen holte die Firma Kering, welche Balenciaga mittlerweile besitzt, Demna Gvasalia als Chefdesigner an Bord. Man kennt ihn als ehemaligen Teil des Kollektivs Vetements, das unter anderem dafür bekannt ist, Luxusmode und Alltagstauglichkeit zu verschmelzen. 

Die Realität ist auch bei Balenciaga eine wichtige Inspirationsquelle für Gvasalia geblieben. In einem Interview sagte er, sie sei die wichtigste Zutat. Am Ende seines Designprozesses stehen beispielsweise blaue Tragetaschen à la Ikea. Oder Turnschuhe, die aussehen, als seien mehrere Modelle in einem verschmolzen. Der 39-Jährige kollaborierte sogar schon mit Crocs. 

Gvasalias Kreationen verbreiten sich jeweils wie ein Lauffeuer. Auch, weil sie als sehr Meme-tauglich gelten. Manchmal fällt in diesem Zusammenhang der Begriff «Meme baiting». Er meint, dass ein Objekt so gestaltet ist, dass sich andere zu Memes inspiriert fühlen und die Popularität des Objekts unweigerlich steigern. 

Auch Rapper tragen zum Bekanntheitsgrades des Brands bei. Vor knapp drei Jahren veröffentlichte Ufo361 den Track «Balenciaga», das Video des deutschen Künstler verzeichnet über 9 Millionen Aufrufe. Kurz darauf releaste der puertoricanische Musiker Ozuna ebenfalls einen Track, der nach dem Label benannt ist. Der Clip wurde bis heute über 138 Millionen mal aufgerufen. 

Die Produkte werden aber nicht nur auf Screens bestaunt und besungen, sondern auch rege gekauft. Gemäss Balenciaga-CEO Cédric Charbit sind 65% der Käuferinnen und Käufer Millennials und machen 50% des Umsatzes aus. Die Mutterfirma Kering verkündete letztes Jahr, der Brand werde zum ersten Mal die Milliardengrenze knacken.

 

Bild von zwei weissen Skateboard Decks der Marke Supreme

500 Millionen für künstliche Knappheit

Mit kleinen Stückzahlen, Kollaborationen, Ikonen der Popkultur als Werbeträger und prominenten Fans hat es ein kleiner Skateboard-Brand zu einer der wertvollsten Fashion-Marken der Welt gebracht.