Mit Maschinen Krebs bekämpfen

Aufnahme einer Krebszelle mit dem Elektronenmikroskop

Mit Maschinen Krebs bekämpfen

Also wie jetzt? Mit Maschinen ist in dem Fall nicht die Bestrahlungstherapie gemeint? Nein, eben nicht. Drei Wissenschaftler haben 2016 mit ihren Entdeckungen den Nobelpreis für Chemie gewonnen und ganze acht Millionen Schwedische Kronen dafür erhalten – das sind gut 960’000 Schweizer Franken.

Dabei handelt es sich weniger um eine Entdeckung als mehr um eine gebaute Maschine, obwohl auch hier die Wörter «gebaut» und «Maschine» nicht ganz zutreffend sind, da wir hier von Chemie sprechen. Kurz gesagt: Die Chemiker haben durch chemische Reaktionen Nanomaschinen hervorgebracht, die nun gezielt Aufgaben ausführen können.

Diese Nanomaschinen sind jedoch so klein, dass sie von blossem Auge nicht sichtbar, sondern nur unter dem Elektronenmikroskop zu sehen sind. Ganze 50’000 Exemplare wären aneinandergereiht gerade mal so dick wie ein menschliches Haar.

1983 hat einer der Wissenschaftler herausgefunden, wie er mehrere Moleküle miteinander verbinden kann und diese sich trotzdem noch bewegen können. Zehn Jahre später entdeckte ein anderer, dass sich diese Molekülkombinationen auf ein Ziel hin bewegen können, wenn man Hitze hinzufügt. Und 1999 baute der dritte aus dem Bunde daraus einen molekularen Motor, was schliesslich zum sogenannten Nanocar – also Nano-Auto – wurde.

Mittlerweile kann jede einzelne dieser Nanomaschinen auf ein bestimmtes Protein sensibilisiert werden, womit bestimmte Zellen aufgespürt und an sie angedockt werden kann. Wird danach Licht – genauer ultraviolettes Licht – hinzugefügt, fangen diese Maschinen an zu rotieren und Zellwände zu durchschlagen, was konsequenterweise zum Tod dieser Zellen führt.

Als die Wissenschaftler diese Nanomaschinen in Petrischalen auf entnommene menschliche Nierenzellen losgelassen haben, waren diese innert Minuten zerstört. Die eigentliche Sensation: Dasselbe passierte mit Prostatakrebszellen. Obwohl diese Maschinen noch nicht für menschliche Experimente zugelassen sind, folgt in einem nächsten Schritt der Versuch in Mikroorganismen und Fisch.

Diese Errungenschaft könnte allgemein die Medizin revolutionieren, da es in Zukunft möglich sein sollte, nur noch die wirklich kranken Zellen im Körper ins Visier zu nehmen – sei es um sie zu zerstören oder gezielt mit Medikamenten zu beliefern.

Foto der Puppe Outback Joe, liegend auf einem Acker.

Jemanden retten und 75’000 Dollar gewinnen

Egal, wie schnell jemand an Ort und Stelle ist, für Outback Joe kommt jede Hilfe zu spät – denn Outback Joe ist eine Puppe. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können aber Leben retten – und finanziell einschenken.