Mit PS aufs Siegertreppchen

Bild eines Pferderennens im Hong Kong Jockey Club

Mit PS aufs Siegertreppchen

Manchester United setzte letzte Saison 827.9 Millionen US-Dollar um. Damit steht der englische Fussballclub auf dem Siegertreppchen der reichsten Clubs der Welt. Jedenfalls auf jenem der reichsten Fussballclubs. Denn die Goldmedaille in der Kategorie «Reichster Sportclub der Welt» geht an einen Verein, den man hierzulande wohl kaum kennt: The Hong Kong Jockey Club (HKJC).

Unter dem Logo der Unternehmung, der mehrere Tochterunternehmen angehören, steht «Riding High Together». Sinngemäss übersetzt: «Gemeinsam auf Erfolgskurs». Dieser Erfolgskurs beinhaltet so viele Nullen im Jahresumsatz, dass man seinen Augen kaum traut. The Hong Kong Jockey Club hat 2016/2017 einen Gesamtumsatz von 216 Milliarden Hongkong-Dollar erzielt. Das entspricht über 27 Milliarden US-Dollar.

Das Unternehmen verdient sein Geld hauptsächlich mit Pferde- sowie Sportwetten und Lotteriespielen. Alleine die Pferdewetten brachten letztes Jahr 14 Milliarden US-Dollar ein, davon blieben dem HKJC nach allen Ausschüttungen etwa 2.3 Milliarden US-Dollar. Pro Rennabend liegen die Einsätze bei über 150 Millionen US-Dollar – und es gibt 88 Renntage respektive über 800 Rennen pro Saison.

Zweifelsohne unglaubliche Zahlen, die man jedoch in einen Kontext setzen muss. Bis 1997 war Hongkong eine Kronkolonie des Vereinigten Königreiches, anschliessend übernahm die Volksrepublik China die Staatshoheit. Hongkong geniesst eine hohe innere Autonomie und es herrscht freie Marktwirtschaft. Deshalb wird Hongkong als Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China bezeichnet.

In der Volksrepublik China gilt ein Glücksspiel- und Wettverbot, anders als in Hongkong. Der Hong Kong Jockey Club hält ein Monopol auf Pferde- und Fussballwetten wie auch auf die Hongkonger Lotterie. Dass sich alle spielverrückten Chinesen und ihre Gelder dort sammeln, ist somit zu einem grossen Teil der rechtlichen Lage geschuldet. Ähnlich verhält es sich in Macau, ebenfalls eine Sonderverwaltungszone und der einzige Ort Chinas, wo Casinos erlaubt sind. Macaus 38 Spielbanken erzielen mittlerweile sechsmal mehr Umsatz mit Glücksspielen als Las Vegas.

Der Hong Kong Jockey Club ist als Non-Profit-Organisation aufgestellt. Das heisst, das Unternehmen wirtschaftet nicht gewinnorientiert und Überschüsse werden in gemeinnützige Projekte investiert. Der Hong Kong Jockey Club Charities Trust hat 2016/2017 fast 1 Milliarde US-Dollar gespendet, 216 Projekte haben von den Geldern profitiert.

Auch die Hongkonger Steuerbehörde hat von den astronomischen Summen profitiert: Fast 3 Milliarden US-Dollar musste die HKJC-Gruppe letztes Jahr an Steuergeldern abdrücken. Damit steht der Club auch hier auf dem Siegertreppchen, als Hongkongs grösster Steuerzahler. Kein Wunder also, bezeichnet man den HKJC auch als Geldautomaten Hongkongs.

Bild der Bose SoundSport Wireless Kopfhörer

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