Mode als Message

Das NCCFN Logo mit Kleidermode

Mode als Message

Die Schattenseiten des Phänomens «Fast Fashion» werden langsam aber sicher belichtet. Nicht zuletzt aufgrund des Einsturzes einer Textilfabrik in Bangladesch, wo über 1000 Menschen ihr Leben liessen und über 2000 Personen verletzt wurden. Im Gebäude wurden unter anderem Kleider für Benetton und Mango produziert. 

Nicht nur die Produktionsumstände sind vielerorts alarmierend, die Produktionsmengen werfen ebenfalls Fragen auf. 2018 wurde bekannt, dass die Luxus-Marke Burberry überproduzierte Ware im Wert von 36.8 Millionen US-Dollar vernichtete. Damit steht der Brand bei Weitem nicht alleine da. H&M beispielsweise soll seit 2013 tonnenweise neue, unverkaufte Ware verbrannt haben. 

Die NCCFN Group nutzt ebensolche Restposten, um daraus etwas Neues zu schaffen. Das Schweizer Netzwerk will durch das Medium Mode einen Diskurs anregen. «Es geht um Beziehungen: Die Beziehung von Menschen, die Beziehung zum Material. Oder die Beziehung vom Material zum Menschen. Wer bist du? Und was für eine Beziehung führst Du zu deiner Umgebung?», erklärte NCCFN-Designerin Nina Jaun in einem Online-Interview

Auch die Frage, wofür die Abkürzung NCCFN steht, muss der Konsument oder die Konsumentin selber beantworten. Die vielen Leerstellen gehören zur Botschaft. Die Ermöglichung von Selbstbestimmung ist das zentrale Element der NCCFN Group. Nina Jaun bezeichnet sie als «eigentliche Marktstrategie».

Die Limitierung des Designprozesses durch die Arbeit mit bestehendem Material ist genauso teil der NCCFN-Botschaft. Die Um­keh­rung der De­si­gn­me­tho­dik sei in ei­ner Um­ge­bung des Über­flus­ses not­wen­dig und ein­fach Sinn ge­bend, führte Nina Jaun gegenüber der Berner Design Stiftung aus. Die Institution prämierte vor Kurzem ihre «Collection 19.90».

Nebst Mode- und Gra­fik­de­si­gnern besteht das Netzwerk unter anderem aus Schnei­de­rin­nen, Sieb­dru­ckern, Mu­sik­pro­du­zen­ten und Web­de­si­gnern. Die Interdisziplinarität der NCCFN Group nutzen auch andere Kreative: Der Rapper Nativ hat das Video «Nicce» vom Netzwerk produzieren lassen, Lo & Leduc vertrauten für den Clip zu «Online» Nina Jauns Stylingsprache.

Derzeit sind die NCCFN-Kleidungsstücke nur direkt über das Netzwerk erhältlich. Künftig will das Kollektiv seine Stücke auch in jenen Läden verkaufen, wo die verarbeiteten Restposten ursprünglich herkommen. Zudem sind ausländische Projekte sowie eine filmische Arbeit geplant.

Das Nike Logo von 1971

Das 35 Dollar Logo

Carolyn Davidson kreierte in den 70er-Jahren das mittlerweile weltberühmte Nike-Swoosh-Logo. Was der jungen Grafikerin damals kaum Geld einbrachte, macht sie heute millionenschwer.