«Modest Fashion» hat Milliardenpotenzial 

Eine Frau mit einem Hijab

«Modest Fashion» hat Milliardenpotenzial 

Vor fast einer Dekade, im Jahr 2012, gaben Muslima und Muslime weltweit 224 Milliarden US-Dollar für Kleidung und Schuhe aus. 2019 waren es laut «The Global Islamic Economy Report» 277 Milliarden und bis 2024 sollen es 311 Milliarden US-Dollar pro Jahr sein, die in die sogenannte «Modest Fashion» fliessen. 

Der Fastenmonat der Muslima und Muslime ist für den Verkauf der entsprechenden Kleidungsstücke besonders lukrativ. Laut des oben genannten Reports ist der Ramadan in Ländern mit muslimischer Mehrheit die umsatzstärkste Zeit. Ganzjährig gesehen wird im Iran, der Türkei und Saudi-Arabien am meisten für Kleidung und Schuhe aufgewendet.

Dass der Ramadan ein wichtiger Monat ist, hat auch die englische Luxus-Plattform Net-A-Porter erkannt. Während des Fastenmonats würde 80% mehr nach Maxi- und Midikleidern gesucht. Seit 2017 kuratiert Net-A-Porter jährlich Ramadan Edits mit verschiedenen Luxusmarken, zudem gibt es in der Produktsuche die Kategorie «Modest Fashion».

Dolce & Gabbana sorgte 2016 für internationale Schlagzeilen, als das Modehaus eine Abaya- und Kopftuch-Kollektion launchte. Auch erschwinglichere Marken wie DKNY und Mango haben Muslima als potentielle Käuferinnen für sich entdeckt und entsprechende Linien auf den Markt gebracht.

Alia Khan, die das Islamic Fashion and Design Council ins Leben rief, steht solchen Kollektionen kritisch gegenüber. Marken würden dazu tendieren, das Ziel zu verfehlen und verstünden nicht, dass dieses Publikum genauso stilvoll und anspruchsvoll sei wie alle anderen. 

Ähnlich kritisch äusserte sich das Model Rawdah Mohamed, die sich auch gegen Islamfeindlichkeit stark macht. «Die Luxusbrands machen eine Kollektion, nur um das Kästchen anzukreuzen und zu sagen: ‹Wir haben uns um die muslimische Frau gekümmert›, obwohl sie das eigentlich nicht getan haben», sagte sie gegenüber Vogue Business

Der türkische Unternehmer Kerim Türe setzt auf kleinere, spezialisierte Marken. Sein Ziel: Modest Fashion Mainstream zu machen. Auf seiner Plattform Modanisa finden Frauen 70’000 Produkte von 650 Designer*innen. Gestartet ist Türe 2011 mit 500’000 US-Dollar Kapital, heute erwirtschaften er und seine 550 Mitarbeitenden jährlich schätzungsweise 120 bis 150 Millionen US-Dollar.

Ein Paar «Yeezy 1» Sneakers

Vom Sportequipment zum Anlageobjekt

Vor Kurzem wurde ein Paar «Yeezy 1» für 1.8 Millionen US-Dollar versteigert. Spätestens seit dieser Auktion ist klar: Sneakers mausern sich zum Sammler- und Anlageobjekt.