BHs für eine bessere Welt

Abbildung Rücken einer Frau und BH-Verschluss

BHs für eine bessere Welt

Maya, Chris, Bettina, Mahela und Claudine – zwischen 24 und 29 Jahre alt – teilen eine Vision: Sie wollen fair-produzierte Unterwäsche herstellen und bulgarischen Frauen damit eine Perspektive bieten. Was es mit dem Projekt moja kala genau auf sich hat, erklärt Geschäftsführerin Claudine.

Wie hat euer Team zusammengefunden? 

Bettina lebte einige Zeit in Bulgarien und startete dort ein kleines Nähprojekt mit Romafrauen. Chris und ich – wir sind verheiratet – haben uns schon länger mit dem Thema Menschenhandel und Prostitution beschäftigt und uns auch sozial engagiert. Über Kontakte haben wir uns vor 2.5 Jahren das erste Mal in Bulgarien getroffen und unsere Visionen ausgetauscht. Später kamen dann Maya und Mahela dazu, nachdem sie über Freunde von unserem Projekt erfahren haben.

Warum stellt moja kala Unterwäsche und keine anderen Kleidungsstücke her?

Seit wir selber auf fair-produzierte Kleidung achten, mussten wir leider feststellen, dass es keine schöne und hochwertige Unterwäsche gibt, welche zertifiziert ist. Es gibt viele Basics oder kleinere Grössen, aber nichts, was uns wirklich gefallen oder gepasst hat. Deshalb moja kala.

Weshalb habt ihr euch für eine Zusammenarbeit mit Näherinnen aus Bulgarien entschieden?

Es gibt verschiedene Gründe für diese Entscheidung. Einer ist, dass Bulgarien und Rumänien stark von Zwangsprostitution betroffen sind. Die Perspektiven für junge Frauen fehlen grösstenteils und durch die Hoffnung auf ein besseres Leben im Westen geraten viele Frauen in ein ausbeuterisches Arbeitsverhältnis. 

Ihr sammelt für die weitere Finanzierung eures Projekts gegenwärtig 50’000 Franken via Crowdfunding. Wie seid ihr auf die Crowdfunding-Idee gekommen?

Wir haben das fachspezifische Know-how und möchten uns langfristig engagieren. Was uns jedoch fehlt, ist das Kapital. Da viele Leute vom Projekt begeistert sind, haben wir uns gedacht, wir probieren es mit Crowdfunding.

Wie viel kostet moja-kala-Unterwäsche denn?

Wir werden BHs ab 65 und Slips ab 20 Franken anbieten. Falls wir mit dem Label erfolgreich sind, werden wir nach einigen Jahren zusätzlich eine Luxus-Linie lancieren.

Denkt ihr, dass die Bereitschaft von Konsumenten vorhanden ist, für fair-produzierte Unterwäsche tiefer in die Tasche zu greifen? 

Wir sind überzeugt, dass sich das Konsumverhalten in den nächsten Jahren in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln wird. Kunden sind vermehrt interessiert daran, wo was unter welchen Bedingungen produziert wird. Wenn dann die Qualität stimmt, sind die Kunden auch bereit, mehr dafür zu zahlen. Fast-Fashion wird es immer geben, doch Slow-Fashion hat langfristig mehr Aussichten auf Erfolg.

Abbildung Granola in Glasgefäss

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