Nachverfolgen, woher das T-Shirt kommt

Ein T-Shirt von ZRCL

Nachverfolgen, woher das T-Shirt kommt

Erst vor wenigen Monaten sorgte die Textilindustrie wieder für Negativschlagzeilen. In Xinjiang, wo 20% der weltweiten Baumwollproduktion ihren Ursprung hat, sollen Zwangsarbeiter zur Ernte eingesetzt werden. Über 500’000 Uiguren müssen höchstwahrscheinlich unfreiwillig für China aufs Feld. 

Wie ist so etwas im 21. Jahrhundert möglich? Eine Erklärung findet sich im Fehlen von nachvollziehbaren Lieferketten. Grosse Modefirmen kaufen häufig bereits hergestellte Stoffe zur Weiterverarbeitung. Woher die Rohstoffe wie eben zum Beispiel Baumwolle kommen und unter welchen Bedingungen sie geerntet werden, ist eher Vermutung denn Wissen.

Es scheint sich ein Umdenken einzustellen. 2018 etwa launchte der Luxus-Brand Gucci das Programm «Equilibrium» und will damit unter anderem die Nachverfolgbarkeit von Rohstoffen künftig zu 95% sicherstellen. 

Während sich die grossen Player noch Ziele stecken, sind die kleinen schon an der Umsetzung. Dazu zählt auch das Kleiderlabel Oshadi von Nishanth Chopra und Designer Richard Malone, das in Südindien zuhause ist. Der Name ist Sanskrit und bedeutet «Essenz der Natur». 

Chopra gründete das Unternehmen mit 60’000 US-Dollar Startkapital und zeigte seine erste Kollektion 2016. Der 27-Jährige besitzt eine eigene Baumwollfarm, setzt auf regenerative Landwirtschaft und arbeitet eng mit Webern, Färbern und Blockdruckern zusammen. Die Designs sollen «bei einem modischen Publikum Anklang finden und das Potenzial haben, zum Mainstream zu werden».

Oshadis Ansatz weckt Interesse. So berichteten schon die italienische «Vogue», «Harper’s Bazaar» und «Architectural Digest» über den Brand. Vier Kollektionen gibt es bisher. Und auch ein gemeinsames Projekt mit Designerin Stella McCartney konnten Chopra und Malone realisieren.

In der Schweiz ist das Thema Nachverfolgbarkeit ebenfalls angekommen. Das junge Streetwear-Label ZRCL aus Schwyz zum Beispiel macht den kompletten Produktionskreislauf seiner Kleidungsstücke – «vom Anbau bis zur Näherei» – online nachvollziehbar. 

Das Start-Up NIKIN verfolgt mit seinem «Traceable TreeShirt» die gleiche Mission. Mit dem ETH-Spinoff Haelixa, dem Berater ecos und dem Bio-Händler gebana hat das Lenzburger Label ein Shirt lanciert, das bis zu seinem Ursprung zurückverfolgt werden kann.

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