No Code: Künstliche Intelligenz für alle

Viele Zeilen Programm-Code

No Code: Künstliche Intelligenz für alle

Begriffe wie künstliche Intelligenz (KI) oder Machine Learning begegnen einem immer öfter. Und obwohl man ein ungefähres, oft von Science-Fiction-Filmen beeinflusstes Bild davon hat: Wer nicht programmieren kann, weiss kaum, wie das Ganze funktioniert. Vieles von dem, was die jüngste digitale Spitzentechnologie leisten kann, ist dementsprechend Entwickler:innen vorbehalten.

Zwar profitieren wir bereits jetzt als Endnutzer:innen von Anwendungen, die auf KI setzen – zum Beispiel in der Form von Sprachassistent:innen wie Siri und Alexa, in Social-Media-Feeds, bei der Navigation über GoogleMaps oder der Sprachübersetzung mit GoogleTranslate –, aber die meisten Leute können derzeit nicht selbst Lösungen für den Alltag entwickeln.

Das soll sich nun ändern: Verschiedene Unternehmen und Einzelpersonen treiben als Teil der sogenannten No-Code-Bewegung eine Entwicklung voran, die auch technisch wenig versierten User:innen erlauben soll, künstliche Intelligenz zu nutzen. Ein Beispiel dafür ist die App lobe.ai, die Microsoft lanciert hat: Die Bilderkennungsplattform soll es Nutzer:innen ermöglichen, sie für gewisse Zwecke selbst zu trainieren. Beispiele auf der Website der App zeigen mögliche Anwendungen – etwa die Unterscheidung von giftigen und ungiftigen Pflanzen, dem Erkennen, wann ein Baby wach ist oder schläft, oder der frühzeitige Identifizierung von Waldbränden.

Microsoft sieht in No Code respektive «Low Code» – wo Programmierfähigkeiten gefragt sind, aber in kleinerem Umfang – grosses Potential. Und zwar nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen: Einerseits kann damit das Problem des Fachkräftemangels bei Entwickler:innen entschärft werden, andererseits erhofft man sich damit eine grössere Agilität. Denn von Computercracks entwickelte und getestete Programme erweisen sich im Einsatz, bei dem oft auch weniger versierte Arbeitskräfte beteiligt sind, oft als zu schwerfällig und überkomplex.

Ein anderes Beispiel für eine No-Code-Anwendung ist das Startup Akkio, das auch fachfremden Unternehmen erlauben will, mittels KI Voraussagen zu treffen, Marketingleads zu optimieren oder die Finanzplanung zu optimieren. Und Juji erlaubt es, unkompliziert Chatbots und digitale Assistent:innen zu entwickeln, die für Unternehmen Kund:innenanfragen entgegennehmen und Beratungen anbieten.

Dieser Trend zu No-Code oder Low-Code-Anwendungen wird gerade für Unternehmen weiter zunehmen, so zeigen sich Expert:innen überzeugt: Low-Code-Technologie soll bis 2025 ungefähr 70 Prozent aller Anwendungen ausmachen. Und auch Private werden nachziehen: Bald sollen viele von uns so selbstverständlich KI-unterstützte Software-Anwendungen nutzen und individuell weiterentwickeln. Denn, wie Craig Smith kürzlich in der New York Times argumentierte: Wer hätte vor ein, zwei Jahrzehnten schon gedacht, dass bald einmal Teenager bei TikTok und Co. täglich Videoeffekte einsetzen würden, die da noch ausschliesslich professionellen High-End-Studios vorbehalten waren? Eben.

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