Öko-Munition – neuer Markt?

Kompostierbare Schrotflinten Patronen

Öko-Munition – neuer Markt?

Für 170'689'827 Millionen Schweizer Franken exportierte die Schweiz im Jahr 2019 «Munition und Munitionsbestandteile» gemäss des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO. Das entspricht in der Statistik «Ausfuhr von Kriegsmaterial» 23.5% des gesamten Exportvolumens.

Um welche Art der Munition es sich handelt, ist in der Statistik nicht ersichtlich. Denn so unterschiedlich die Verwendungszwecke einer Schusswaffe, so verschieden sind die Schusswaffen selber und entsprechend auch die Munition.

Auf der Jagd zum Beispiel können Flinten genutzt werden. Beim Sportschiessen kommen verschiedene Pistolen und Gewehre zum Einsatz.  Ebenso im Militär: Schweizer Armeeangehörige erhalten je nach Funktion und Grad Sturmgewehre und unterschiedliche Pistolen-Typen als persönliche Waffe. 

In der Schweiz gibt es mehrere Munitionshersteller, einer der grössten ist die Ruag Ammotec. Die Neue Zürcher Zeitung schätzt ihren Wert auf 300 bis 400 Millionen Schweizer Franken. Zu den Kunden des Unternehmens gehören nebst der Schweizer Armee unter anderem internationale Streitkräfte, Sicherheitsorganisationen, Jäger und Sportschützen.

Im Bereich «Sport und Jagdmunition» der Ruag Ammotec werden auch Schrotpatronen hergestellt. Das Gehäuse einer Schrotpatrone besteht häufig aus Papier oder Kunststoff. Anders verhält es sich bei Patronen für Pistolen und Gewehre, sie haben in der Regel ein Metallgehäuse, meist aus Messing.

Das Material in einer und um eine Patrone kann zur Belastung für die Umwelt werden, wenn es nicht korrekt entsorgt wird. Dieser Tatsache sind sich auch Munitionshersteller und Verbraucher immer bewusster. 2017 berichtete zum Beispiel die CNN, dass das amerikanische Verteidigungsministerium für den Gebrauch während der Ausbildung nach biologisch abbaubarer Munition suche. 

Abhilfe könnte zum Beispiel BioAmmo schaffen. Die spanische Firma brachte nach zwölfjähriger Forschung plastik-freie und biologisch abbaubare Munition auf den Markt. Mehr als 13 Millionen Euro wurden in die Fabrik investiert, 30 Personen arbeiten derzeit für die Unternehmung.

BioAmmos Munition wird bisher in 20 Ländern verkauft, Patente hält die Firma in insgesamt 55 Ländern. Von besonders grossem Interesse ist der amerikanische Markt, gefolgt von Norwegen, Schweden und Dänemark. 2020 konnte BioAmmo erst 5 Millionen Patronen herstellen, 2021 sollen es 50 Millionen werden.

Bild von Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow in seiner Wohnung 2010

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